Archiv für den Monat: März 2014

Nach der Messe ist vor der Messe

Die Leipziger Buchmesse ist zwar schon vor einer guten Woche zu Ende gegangen, aber leider hat mich ein fieser Bazillus das Fürchten gelehrt und in die Knie gezwungen, weswegen ich erst heute dazu komme, einen kleinen Messebericht zu schreiben.
Allzu detailliert wird er ohnehin nicht ausfallen, da ich die meiste Zeit am Stand des Machandel Verlages zugebracht habe, mit direktem Blick auf den Papierverzierer Verlag, in dem meine Freundin Ann-Kathrin Karschnick eifrig ihren Roman „Phoenix – Tochter der Asche“ an den Mann brachte, dessen Leseprobe ich damals vor Einreichung lesen durfte und den ich als Geschenk an mich dann endlich mit Widmung erstanden habe.
Einmal um den Stand herumgelaufen war Veronika Stix ebenfalls als rege Verkäuferin an ihrem Mondwolf Verlagsstand unterwegs. 

Besonderes Highlight der Messe war die Tatsache, dass die Fortsetzung meines Höllenjobs am Stand des Machandel Verlags ausgestellt und erstmals verkauft werden konnte. Charlotte Erpenbeck, ihres Zeichen Verlegerin und gute Seele hat im wahrsten Sinne Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um „Höllenjob für einen Seraph“ rechtzeitig an den Start zu bringen. Danke hierfür nochmal!

Jene Besucher, die am zweiten Messetag zum Stand kamen, bekamen von mir ein kleines Give Away in Form von „Shatans Feuer“ oder „Ravaels Paradies“ beim Kauf von „Höllenjob für einen Dämon“ oder „Höllenjob für einen Seraph“. Dabei handelte es sich Duschöle, die von Susanne Bloos eigens für die Romane und für die Messe hergestellt wurden. Auch ihr möchte ich für die Umsetzung meiner Wünsche ganz herzlich danken. Die Käufer haben sich sehr darüber gefreut.
Besonderen Wert haben wir darauf gelegt, dass zumindest „Shatans Feuer“ an die Duschszene im ersten Höllenjob Roman Anbindung findet. Für alle, die nicht auf der Messe waren und das Duschöl gerne gehabt hätten, sei gesagt, dass ich demnächst ein Gewinnspiel dazu starten werde und dabei auch von den leckeren Ölen verlose.

Aber weiter im Text

Eileen Raven Scott mit ihrer jüngsten Errungenschaft
Eileen Raven Scott mit ihrer jüngsten Errungenschaft

Auf der Messe habe ich neben den vorgenannten Autorinnen und Verlegerinnen noch viele weitere Verlagskolleginnen getroffen.
Unter anderem konnte ich einen echten Fan der Höllenjobs, Eileen Raven Scott, deren Roman „Feuerküsse“ ebenfalls bei Machandel erschienen ist, zu einem kleinen Fotoshooting überreden.
Mit am Stand war die Krimispezialistin Rita Maria Janaczek, deren Kriminalromane wie warme Semmeln weggingen.
Wir hatten Spaß, wir haben gelacht und uns gegenseitig angespornt, wer mehr Widmungen verteilen kann. Bis heute weiß ich nicht, wer von uns beiden gewonnen hat, aber das ist ja auch eher nebensächlich.

Kuscheln der Standbesetzung (v.l. Helen B. Kraft, Rita Maria Janaczek
Kuscheln der Standbesetzung (rechts Rita Maria Janaczek)

Nicht ganz so nebensächlich fand ich die Idee, dass Shatan ein Kochbuch schreiben könnte: „Shatans Höllische Rezepte“. In den Fingern juckt es mich – und ja, ich habe ein Glänzen in den Augen der Verlegerin gesehen, das rein gar nichts mit der Hallenbeleuchtung zu tun hatte. Ich werde darüber nachdenken.
Da ich nicht die ganze Zeit über bei Machandel stand, sondern mir auch die Beine vertreten musste, habe ich mir die eine oder andere Lesung der Leseinsel gegönnt, den Verlag Torsten Low besucht und mit dem Verleger dort mit lecker Port angestoßen. Okay, um 11 Uhr am Morgen nicht unbedingt die beste meiner Ideen, aber es hat dennoch gut getan.

Ich sehe viele Menschen!

Fan mal umkehrt, es ist mir immer wieder eine Ehre, Yalda Lewin persönlich zu treffen.
Fan mal umkehrt, es ist mir immer wieder eine Ehre, Yalda Lewin persönlich zu treffen.

Zurück am Stand durfte ich Angelika Diehm („Vollstrecker der Königin“) kennenlernen. Leider erwies sich besonders Atir Kerroum („Die Hexe von Kentigern“) als besonders Kamerascheu. Er tauchte kurz am Stand auf, ließ sich von seiner Begleitung kurz mit seinen Romanen ablichten und war schneller wieder verschwunden, als ich mein Handy kamerabereit machen konnte. Schade, ich hätte gerne ein paar Worte mit ihm gesprochen.
Dafür ließen sich aber Alana Falk („Die blutroten Schuhe“ Machandel Verlag) und Yalda Lewin („Die dunkle Seite des Weiß“ Aeternica Verlag) nur allzu bereitwillig fotografieren.

Boxen-Luder

Alana, Shatan und ich
Alana, Shatan und ich

Besonders Alana Falk hat den Machandel-Stand zu einem echten Hingucker werden lassen, als sie fröhlich lächelnd Flyer verteilte und damit immer neue Interessierte anlockte, bis schließlich sämtliches Werbematerial für ihr Buch innerhalb kürzester Zeit vergriffen war, aber immer noch Leute herbeiströmten, die unbedingt einen Blick in die „Blutroten Schuhe“ werfen wollten.
Insgesamt waren die Tage am Stand angefüllt mit viel Gequassel und Gelächter. D. Fries, deren zweiter Band der „Chroniken des Lichts“ ebenfalls in Leipzig erschien, bekam nach anfänglicher Schüchternheit den Dreh raus und verteilte Flyer, als gäbe es kein Morgen. Wie schon im letzten Jahr haben wir uns sofort sehr gut verstanden.

Kontakte hegen, Kontakte pflegen

Eileen Raven Scott, Sabrina Zelezny und ich - als Trio infernale

Eileen Raven Scott, Sabrina Zelezny und ich – als Trio infernale

Doch eine Messe soll nicht nur dem Spaß und dem Buchverkauf dienen, sondern auch beim Thema Netzwerken Eindruck hinterlassen. So durfte ich mit meiner Verlagskollegin beim Verlag Romance Edition Nina Hunter eine heiße Schokolade trinken – zumindest nachdem wir im Gedränge endlich ein ruhiges Plätzchen fanden. Nina gab mir ein paar nette Tipps und beruhigte mich noch einmal, weil ich doch in Anbetracht der Tatsache, dass ich den zu veröffentlichenden Roman nochmal ein wenig umschreiben muss, schon alles richtig machen würde. Leider – oder oh Freude? – wurde unser Gespräch durch einen Anruf von Rita unterbrochen, die mir über den Lärm hinweg zurief, ich solle alsbald zum Stand zurückkehren, jemand wolle ein Autogramm. Ehrlich gesagt gibt es schlimmere Gründe, irgendwohin zitiert zu werden.

Spontan entschied ich mich dazu, am Samstag zu einem Treffen mit Andreas Kasper, dem Chef von Counter Fights. Unser Gespräch war wie immer sehr interessant und aufschlussreich und ich bin schon irgendwie froh, ihn damals auf der BLC kennengelernt zu haben. Ich freu mich schon auf unser nächstes Wiedersehen.

Hilfe: Lesung!

Über dem Messe-Donnerstag und –Freitag lag jedoch der graue Schatten der Lesung, die für Freitagabend geplant war. Ich stand Ängste aus, die ich hinter einem breiten Lächeln und viel Humor verbarg, denn meine größte Sorge war es, abends alleine im Lesesaal zu sitzen. Selbst Charlotte Erpenbeck, die mich mit Dämonenblut versorgte (einen verdammt leckeren selbstgebrauten Likör), schaffte es nur bedingt, mich zu beruhigen.
Insbesondere, weil es nach Messeschluss ein wenig hektisch wurde. Wir mussten zurück zum Hotel, um etwas zu essen und anschließen zum Leseort zu fahren. Doch die Straßen waren dicht und wir kamen nur langsam voran. Wir schafften es schließlich zu einem schnellen Abendessen und waren schon wieder im Wagen, als mich die Nervosität endgültig in ihren Klauen hatte. Ehrlich gesagt half es nicht dabei, mich zu beruhigen, als Charlotte plötzlich anfing, ihr Navi mit diversen Schimpfworten zu belegen. Ganz abgesehen davon, dass mir Charlotte wie ein ausgeglichener Mensch vorkommt; einen solchen dann wütend werden zu hören, ist … grenzwertig. Jedenfalls schafften wir es pünktlich zum Leseort.
Halle 5 e.V. hat seinen eigenen Charme. Ein Jugendzentrum mit Bühne. Ein Stuhl mit Lesepult und Beleuchtung zeigten mir rasch, dass sich die Betreiber viel Mühe gegeben hatten. Nur leider war der Saal leer.
Mir rutschte das Herz in die Hose. Mein Alptraum! Wahrgeworden. Nicht einmal die Leute aus dem Tintenzirkel, die kommen wollten, waren da! Lediglich die Betreiber und zwei weiter Gäste, die am Tresen saßen, waren zu finden.
Die Betreiber waren die Freundlichkeit in Person. Selten habe ich jemanden so herzlich erlebt wie dort. Sie gaben sich alle Mühe, dass ich mich wohlfühlte, auch wenn ich die leicht mitleidigen Blicke durchaus bemerkte. Während ich mich in eine Ecke zurückzog – nein, nicht um zu meditieren, sondern um kurz mit meinem daheimgebliebenen Ehemann zu telefonieren, kam Leben in die Bude. Ein paar Tintenzirkler trafen ein und schon wurde mir leichter ums Herz. Es waren bei Weitem nicht alle, die sich angekündigt hatten, aber genug, dass in der ersten Reihe jemand saß, auf den ich mich fokussieren konnte.
Kurz und gut, die Lesung war mit zwei Gästen (die von der Bar waren dann plötzlich doch wieder verschwunden, wurden aber durch zwei nette Damen ersetzt) und dem Rest aus Tintenzirklern wahrlich nicht voll besetzt, dafür hatten wir dennoch unseren Spaß. Nachdem Charlotte mich kurz vorgestellt hatte und ich den ersten Teil der Lesung beendet hatte, gab es für jeden noch einmal etwas „Dämonenblut“, der dann auch den letzten Rest Anspannung hinwegfegte. Als ich dann die Kurzgeschichte „Vernetzt“ aus „Drei Höllenspiele“ vorlas und es aus dem Saal schallend lachte, ging es mir wieder gut und ich konnte nur noch die Leute bedauern, die es nicht zur Lesung geschafft hatten. 

Nicht ganz ein Ende

Um diesen Roman von Bericht abzukürzen, sei noch gesagt, dass ich es nicht geschafft habe, zum Papyrus Autor-Stand zu gehen, obwohl ich dort unbedingt vorbeischauen wollte. Auch fehlte mir die Zeit Cursed-Side zu besuchen und die Verlegerin wiederzusehen, die ich sehr gerne mag. Aber trotzdem war die Messe in meinen Augen ein voller Erfolg.
Nicht zuletzt, weil ich an den Abenden mit vielen, vieeeellleeen Tintenzirklern essen gehen durfte, viele alte und neue Bekannte traf, mich mit anderen Autoren austauschen konnte und feststellen musste, dass die Forenchefin des Tintenzirkels, Maja Illisch („Das Puppenzimmer“, dootbooks Verlag) und ich mehr gemeinsam haben, als ich es jemals für möglich gehalten habe. Leider konnte ich nicht zu ihrer Lesung kommen, zum zweiten Mal fand diese zu Zeiten statt, an denen ich andere Termin hatte oder schon auf dem Heimweg war. Allerdings besitze ich ihre Zusage vor Zeugen, noch eine Privatlesung zu bekommen, auf die ich sie bei Gelegenheit festnageln werde.

Ich hoffe, der Bericht war nicht so konfus, wie er sich beim Schreiben angefühlt hat. Aber noch mehr hineinzupacken ist dann doch etwas zu viel des guten. Ihr sollt ja schließlich meine Romane lesen und nicht nur meine romanlangen Blogbeiträge.

Da fällt mir ein: Einige haben sich ja „Höllenjob für einen Seraph“ auf der Messe gegönnt. Ich würde mich freuen, wenn ihr dazu eine Rezension schreibt, egal auf welcher Plattform – und mir den Link dazu schickt. Ich bin doch sooo neugierig.