Drabble: Elend

Diese Schreie. Diese markerschütternden Schreie! Er presste die Hände auf die Ohren, weil er es nicht länger ertrug. Dieser Lärm. Die Angst. Der Gestank.
Er war ja nicht gerade zimperlich, hatte im Leben schon viel gesehen. Aber das?
Das Kreischen schwoll an, riss an seinen Trommelfellen, nagte an seiner Seele. Tränen rannen über seine Wangen. Er musste es beenden. Jetzt! Wenn er das Schicksal nicht in die Hand nahm und diesem Elend ein Ende setzte, mussten andere ebenso darunter leiden.
Er streckte die Hände aus, wappnete sich.
Hinter ihm rief seine Frau: „Herrje, Mann, wechsel‘ dem Baby endlich die Windeln!“

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