Hinter den Kulissen: Rezensionen – Ein Spiel zwischen Liebe und Hass

Da ich geplant habe, auch auf diesem Blog Rezensionen zu veröffentlichen, wollte ich einfach mal kurz dalassen, was es mir als Autorin bedeutet, eine Rezension zu erhalten.

Grundsätzlich betrachte ich Rezensionen als positiv – ungeachtet des Inhalts. Denn wie es schon seit langem heißt, auch schlechte Werbung ist gute Werbung. Es hält das Produkt, in meinem Fall das Buch, im Gespräch. Trotzdem wissen einige Rezensenten vielleicht nicht, dass die Meinungen und Bewertungen eines Buches für uns Autoren gleichzeitig Fluch und Segen zugleich sind.

Es ist nämlich nicht immer einfach über eine Bemerkung hinwegzugehen, sofern sie unterhalb der Gürtellinie trifft. Doch um das zu veranschaulichen, hier meine persönliche Einschätzung welche Arten von Rezensenten es gibt:

1. Der Profi
2. Der Gelegenheitsrezensent
3. Der Wohlwollende
4. Der Neider

Der Profi:
Der Profi besitzt meist eine eigene Homepage und betreibt das Rezensieren von Büchern beruflich oder zumindest als intensives Hobby oder aber er ist selbst Autor oder Lektor. Die Rezensionen fallen detailliert aus, sind in 99{7e4bd455ae0cc9ef24be31f29fe3fd810d1aacafa1ce8ef7f75192d18d2b2fae} der Fälle objektiv gehalten und beschäftigen sich auch mit Grundlegendem wie Rechtschreibung, Grammatik und Logik.
Den Prof liebe und hasse ich als Autor gleichermaßen. Gnadenlos deckt er meine Schwachstellen auf, stellt sie zur Schau und lässt mich genau wissen, woran ich noch arbeiten muss. Genau das ist es, was ihn mich gleichzeitig lieben lässt. Von einem solchen Rezensenten lerne ich, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Der Gelegenheitsrezensent:
Wohl der meist verbreitete Rezensent. Er schreibt auf, was ihm gerade auffällt, die Bewertung ist meist kurz gehalten und nicht unbedingt rechtschreibfehlerfrei. Besonders oft findet sich dieser Rezensent, wenn ihm etwas nicht gefällt, wobei dann leider in vielen (nicht allen!) Fällen die Begründung fehlt. Lobt er jedoch, fühlt es sich für mich als Autor an wie ein kleines Schulterklopfen, denn mit diesem Rezensenten habe ich offensichtlich meine Zielgruppe erreicht.

Der Wohlwollende:
Er schreibt, weil er sich dazu verpflichtet fühlt. Der Wohlwollende kann gleichzeitig auch ein Gelegenheitsschreiber sein, würde aber niemals eine negative Kritik dalassen. Für ihn ist immer alles rosarot und er lobt über den grünen Klee. Wohlwollende helfen mir als Autor leider nicht dabei, mich zu verbessern, aber es ist dennoch gut, dass es sie gibt, sie fördern die Sichtbarkeit des Buches. Und – mal ehrlich – wir Autorenseelchen lieben es einfach gelobt zu werden. Oder?

Der Neider:
Auch ihn gibt es. Leider. Nur, wenn ich sage, dass schlechte Kritiken auch gute Kritiken sind, muss ich gestehen, hört mein Verständnis beim Neider auf. Inzwischen sind einige Neid-Rezensenten bekannt. Es sind zumeist Autoren, die jedes Buch verteufeln, das im selben Genre erscheint, in dem auch sie schreiben. Sie dulden einfach keine „anderen Götter“ neben sich. Ihre Kritiken entbehren jeder Grundlage, sind inhaltslos und in einigen Fällen verleumderisch oder schlichtweg falsch. Spricht man den Rezensenten an und bittet um konkrete Details bekommt man vermutlich niemals eine Antwort. Mir zumindest ist es bisher so gegangen. Hier hilft leider nur Beruhigungstee und viel Geduld – wenn man nicht den Klageweg beschreiten will. Solche Meinungen verschwinden in den meisten Fällen von selbst ans Ende einer langen Liste von Profi-, Gelegenheits- und wohlwollende Rezensenten.

Ihr seht also, eine Rezension kann neben hohen Verkaufszahlen noch viel mehr bewirken. In den schlimmsten Fällen stürzt sie einen Autor in eine Depression, im besten Fall motiviert es dazu noch besser zu werden.

Und bei eurer nächsten Rezension wisst ihr dann auch, in welche Kategorie ihr eventuell bei mir fallen könnt. 😉

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