Archiv für den Monat: Juni 2014

Ein toller Tag mit tollen Gesprächen

DSC_0043Ursprünglich war geplant, Annika Dick und Susanna Montua an einem gemeinsamen Tag zu treffen. Leider kam etwas dazwischen, so dass Ende Mai nur Susanna bei mir war. Wir hatten zwar auch einen wunderbar tollen Tag, aber etwas fehlte, weil Nika nicht dabei sein konnte.
Gestern jedoch hat es geklappt, und Nika hat mich besucht. Wir haben uns auf Anhieb wunderbar verstanden, uns sehr gut unterhalten und vor allem angeregt diskutiert. Ihr Nudelsalat war göttlich (findet auch mein Mann) und über das Mitbringsel (siehe links) habe ich mich wahnsinnig gefreut. Eine neckische kleine Handtasche mit dem Bild zu dem Roman „Distelmond“, den ich übrigens als Ebook gewonnen habe und erhalten werde, sobald der Roman offiziell erschienen ist. Ich freu mich wahnsinnig.
Noch schöner wäre es natürlich gewesen, wenn Nika und Nana gemeinsam dagewesen wären und wir zu dritt über Romane, Autoren und alles mögliche gequatscht hätten, aber das war ja leider nicht möglich.
Dennoch waren es zwei wunderbare Treffen, mit zwei Persönlichkeiten, die es am Autorenhimmel bestimmt noch einmal sehr weit bringen werden.
Ich freue mich schon auf unser nächstes Treffen. Gemeinsam diesmal. 😉

Helen B. Kraft

27. Juni 2014

Dieses Mal hat Kaffeekochen tatsächlich mal eine positive Wirkung gehabt.
Während der Kaffee durch die Maschine tröpfelte, stand er plötzlich vor mir. Oder besser, er lag. Mein Antagonist. Er war einfach da, starrte mich mit verhangenen Augen an. In seinem Blick lag etwas Flehendes, als ob ich ihm helfen könnte. Tja, als Autorin muss ich daneben stehen und zusehen, abwarten, was weiter passiert.
Zugegeben, es war nicht angenehm, das zu sehen.  Aber es hat mir insofern geholfen, dass es mir jetzt genug Spannung gebracht hat, um das Buchprojekt voranzutreiben.
So darf es gerne weitergehen. Ach ja, ich bin dann mal kurz Kaffeekochen.

Hexengrippe Banner

Blogtour und Gewinnspiel: Hexengrippe (Interview mit Annika Dick)

Im Rahmen der Blogtour zu „Hexengrippe“ die bis zum 27. Juni 2014 auf diversen Blogs stattfindet, freut es mich ganz besonders die Autorin Annika Dick interviewen zu dürfen, denn – da oute ich mich gerne – ich bin ein großer Fan ihrer Bücher. Besonders die Reihe um die Hexe Morgana, um die es bei der Blogtour auch geht, hat es mir angetan.Hexengrippe +£bersicht
Natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen und zwar:
1.
„Hexengrippe“ als eBook, 1 Metalllesezeichen, signierte Lesezeichen (normal und XL-Lesezeichen), 1 Postkarten-Set, Magnet und Sticker für beide HEX HEX-Teile
2.
„Hexengrippe“ als eBook, signierte Lesezeichen (normal und XL-Lesezeichen), 3 Postkarten, Magnet und Sticker für beide HEX HEX-Teile
3.
„Hexengrippe“ als eBook, signierte Lesezeichen (normal und XL-Lesezeichen), 1 Postkarte, Magnet und Sticker für beide HEX HEX-Teile

Am Ende dieses Interviews findet ihr die Gewinne noch einmal optisch dargestellt sowie die Frage, um am Gewinnspiel teilzunehmen. Bittet postet die Anwort in den Kommentaren und nicht im Gästebuch.

HBK: Hallo, Annika, oder darf ich Nika sagen? Vielen Dank, dass du mitmachst. Magst du dich vielleicht kurz vorstellen?
AD: Nika ist vollkommen in Ordnung. :)

Mal sehen, was gibt es über mich zu erzählen … ich bin im Februar 1984 in der Nordpfalz geboren und lebe dort noch heute. Meine paar Zimmer teile ich mir mit einer schwarzen Katze und ganz vielen Büchern. Ich liebe Schokolade, die Nacht und das Träumen, bin – leider – überaus ungeduldig (was als Autor eine sehr ungünstige Eigenschaft ist) und auch recht schüchtern.

HBK: Ich bin schon vor einiger Zeit auf dich aufmerksam geworden. Du hast damals an der Lyx Ausschreibung „5 Jahre – 5 Geschichten“ teilgenommen und durftest deine Erzählung über Persephone und Hades veröffentlichen. Danach habe ich „Hex Hex“ zu lesen begonnen und warte derzeit nägelkauend auf Distelmond, den ich bei einem Gewinnspiel gewonnen habe. Bald ist es ja so weit. Magst du ein bisschen über das Buch erzählen?
AD: Darf man als Autor eigentlich sagen, dass man Lieblingsbücher hat, oder ist das, als würde man aus seinen Kindern Lieblinge wählen? Na ja, Distelmond ist auf jeden Fall eines meiner Lieblingsbabys.

Die Geschichte spielt in Schottland, im 19. Jahrhundert, die Hintergründe der Handlung gehen aber noch 200 Jahre weiter zurück, als der Clan der MacDonalds of Glencoe beinahe komplett ausgerottet wurde. Das Massaker von Glencoe ging in die Geschichte ein, hat viele Künstler inspiriert und vor einem solchen Gemälde stand ich 2007 bei meinem ersten Schottlandbesuch. Ich sah das Bild von James Hamilton und wusste, irgendwann muss ich eine Geschichte dazu schreiben. Im September 2011 stellte sich mir dann Andrew MacIan, die männliche Hauptfigur aus Distelmond, vor und verriet mir, dass er die Geschichte hatte, die ich seit vier Jahren schreiben wollte.

Charlotte, eine junge Deutsche, kommt mir ihrer Mutter nach Schottland, nachdem diese den früheren Geschäftspartner ihres verstorbenen Mannes heiratet. Durch ihren Stiefbruder lernt Charlotte Andrew kennen und die beiden verlieben sich ineinander. Doch Andrews Familie hat unter dem Massaker mehr gelitten, als die Welt ahnt: Die Männer seines Clans verwandeln sich seither bei Vollmond in Wölfe. Zunächst ist Andrew noch überzeugt davon, dass dies kein Hindernis für eine glückliche Zukunft zwischen den beiden darstellt, doch sein rachsüchtiger Vetter sowie Robert Campbell, ein Nachfahre derjenigen, die die MacDonalds damals angriffen, beweisen ihm das Gegenteil.

HBK: Ich finde es faszinierend, wie unterschiedlich im Grunde deine Ideen sind. Ich weiß, dass du dich in den verschiedensten Genres tummelst. Gibt es eines, das du besonders gerne hast oder ist es dir egal, was du gerade schreibst?
AD: Ich glaube, das Phantastische in all seinen Formen wird mir immer besonders am Herzen liegen. Aber es kommt auch viel auf die Stimmung an. Manchmal steht mir einfach der Kopf mehr nach einem realistischen Stoff, manchmal nach etwas Historischem. Das ist aber eher bei der Ideenausarbeitung so. Ich brauche auch ständig eine Idee, an der ich feilen kann, selbst, wenn ich gerade etwas schreibe. So kann ich mich auch da in einem ganz anderen Thema gedanklich austoben, während ich einen Roman schreibe.

HBK: Welches andere Genre, das du noch nicht angefasst hast, würde dich reizen?
AD: Momentan schwirren mir ein paar Ideen für Dystopien durch den Kopf, genauso eine für einen Steampunk-Roman. Beides Genre, von denen ich eigentlich dachte, ich würde die Finger davon lassen, aber wenn einen spontan eine Idee überkommt, oder eine alte Idee sich nach Jahren immer wieder meldet, sollte man sie nicht einfach ignorieren.

HBK: Natürlich darf die Standardfrage nach dem Schreiben nicht fehlen. Wie bist du dazu gekommen?
AD: Ich habe da wohl einen der „klassischen“ Werdegänge hinter mir: Ich bekam von klein auf sehr viel vorgelesen, konnte es nicht erwarten, selbst lesen zu können und irgendwann waren die Geschichten von anderen einfach nicht mehr genug. Bevor ich schreiben konnte, mussten meine Stofftiere als Publikum (und auch als Darsteller) meiner Erzählungen herhalten, sobald ich dann endlich in die Schule kam und schreiben lernte, begann ich damit, meine Geschichten aufzuschreiben. Das blieb aber viele Jahre lang mehr oder minder geheim. Einige Freunde sahen zwar meine Geschichten, spielten auch ihre Rollen darin, aber wirklich nach außen getragen habe ich das nicht. Das begann dann erst 2011, als ich anfing, bei Kurzgeschichtenausschreibungen teilzunehmen.

HBK: Was bedeutet Romane schreiben für dich in maximal drei Sätzen?
AD: Romane zu schreiben heißt Träume und Gedanken in Worte und Bilder zu fassen und ihnen Leben einzuhauchen. Man nimmt ein Stück seines Herzens, seiner Seele und formt daraus Figuren und Geschichten, die einen auf ewig begleiten werden und von denen man hofft, dass sie auch andere in ihr Herz schließen werden.

HBK: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Schreiben seine Zeit braucht. Wie ist es bei dir? Wie teilst du dir deine Schreibzeit ein? Hast du bestimmte Rituale?
AD: Schreibzeit ist für mich hauptsächlich am Wochenende, an Feiertagen und im Urlaub von meinem Brotjob. Sollte jetzt jemand wie einige meiner Bekannten die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sich fragen, wann ich mich denn dann erhole: Genau dann, wenn ich schreibe. Ich schreibe am liebsten nachts, wenn alles um mich herum still ist, meine Katze schnurrend auf meinem Schoß liegt und die Musik durch die Kopfhörer dröhnt. Ganz wichtig ist dabei, dass ich immer Schokolade griffbereit habe. Ich habe es mal eine Zeit lang ohne versucht – ganz schlechte Idee. [Anm. HBK: Was dich gleich nochmal sympathischer macht 😉 ]

HBK: Hast du nach diesem Pensum überhaupt noch Zeit oder Lust zu lesen?
AD: Die Lust verschwindet auf keinen Fall, die Zeit ist dafür aber leider sehr knapp bemessen. Trotzdem bemühe ich mich, auf wenigstens 1-2 Bücher pro Monat zu kommen. Diese rezensiere ich auch regelmäßig auf lesekatzen.blogspot.de, einem Bücherblog, den ich mit 3 weiteren Mädels führe.

HBK: Man munkelt du backst auch gerne. Gibt es dafür einen besonderen Grund oder entwickelte sich diese Leidenschaft aus der Not heraus, weil du vom Schreiben gefrustet etwas für den süßen Zahn benötigt hast?
AD: Das Backen habe ich wohl genauso von meiner Mutter geerbt, wie die Liebe zu Büchern. Kochen ist für mich meist notwendiges Übel, um nicht zu verhungern, Backen hingegen macht mir wirklich Spaß, vor allem, wenn man das fertige (und meist dekorierte) Ergebnis sieht. Ich scheine es auch ganz gut hinzubekommen, es soll zumindest Leute geben, die ich gern öfter bebacken darf … [Anm. HBK: *hust* Ich habe absolut keine Ahnung von wem sie da sprechen könnte. *hust, hust*]

HBK: Liebe Nika, ich danke dir sehr für dieses interessante Gespräch. Zum Abschluss darfst du noch ein paar Worte an die Leser richten.
AD: Ich danke dir für die Gelegenheit, deine Fragen zu beantworten.

Wie schon gesagt, hofft man als Autor ja immer, dass auch andere die eigenen Figuren und Geschichten ins Herz schließen werden. So hoffe ich auch, dass ich den Lesern durch meine Geschichten ein wenig Abstand vom Alltag bieten kann und ihnen, je nachdem, um welche Geschichte es sich handelt, ein Lächeln aufs Gesicht oder auch mal ein Tränchen in die Augen zaubern kann.

HBK: Also bei mir hat Nika das mit Hex Hex auf jeden Fall schon geschafft. Teil II befindet sich bereits auf meinem Ebook-Reader, so dass es bald losgehen kann. Eine Rezension folgt demnächst.

Die Gewinnspielfrage lautet: Wer musste als Publikum für Nikas erste Schritte herhalten?

Und das gibt es zu gewinnen:Hexengrippe Gewinne

Wenn man da nicht gleich Lust bekommt, mitzumachen, weiß ich auch nicht. Allein die metallenen Lesezeichen sind schon schick!

Weiter geht die Blogtour übrigens bei den Lesekatzen. Hier entlang.

Helen B. Kraft

23. Juni 2014

Manchmal ist es furchtbar. Da hat man ein Projekt, weiß genau, wie es laufen soll und kaum sitzt man vor dem Rechner, will es nicht mehr.
So auch heute. Ich bin extra früh aufgestanden, um einen ordentlichen Vorsprung des Projektes herauszuschreiben. Anfangs lief es auch ganz gut. Dann verlangte mein Körper nach Kaffee. Ist ja per se nichts Schlimmes, aber bis ich wieder am Rechner saß, hatte ich die vielen kleinen Ungenauigkeiten erkannt, die ich versehentlich in das bisher Geschriebene eingebaut hatte.  Gut, dachte ich mir, verbesserst du das erst, vorher kannst du ja ohnehin nicht weiterschreiben. Gesagt, getan. Nachdem ich fertig war, sprang ich wieder zu der Stelle, an der ich aufgehört hatte. Ein kurzer Blick auf die Uhr. Ach ja, der Massage-Termin, auf den ich schon seit Wochen hin fiebere. Also gut: speichern und Laptop runterfahren.
Der Termin war super, ich kam ganz entspannt nach Hause, voller Tatendrang weiterzuschreiben. Also schnell eine Flasche Wasser auf den Tisch gestellt und los geht’s …
Ähm nun ja, es sollte losgehen.
Ich kam nur sehr langsam in Fahrt. Hier ein paar Ortbeschreibungen, da eine Gefühlsregung, wieder nur kleine Verbesserungen. In den Text kam ich dagegen nicht. Drei Anläufe später hab ich aufgegeben. Erzwingen geht nicht. Ich gönne mir jetzt einfach ein paar You Tube-Videos und gehe ein bisschen spazieren. Wenn es danach nicht läuft – morgen ist auch noch ein Tag.

Helen B. Kraft

13. Juni 2014

Ich hatte ganz vergessen, wie inspirierend es sein kann, eine Geschichte in einem Notizbuch zu schreiben. Nach meinem Ausflug von 12 Seiten neulich dachte ich schon, das wäre ein einmaliges Erlebnis gewesen. Mitnichten!
Handschriftlich fällt es mir im Augenblick tatsächlich leichter, meine Gedanken zu sortieren. Im aktuellen Fall sind es zwar nur Fragemente und Szenenskizzen, die ich sammle, aber es fördert meine Schreiblaune.IMG_20140613_110617_verkleinertWarum komme ich da erst jetzt wieder drauf? Keine Ahnung. Eines meiner Lieblingsprojekte habe ich in zwei Notizbüchern komplett geschrieben und anschließend übertragen. Erst danach hab ich mich rein auf die Urschrift am PC verlegt. Ein Fehler? Wer weiß? Jetzt kehre ich erstm einmal zu den Wurzeln zurück und schreibe mir alles auf, was mir zu diesem Projekt einfällt – und langsam kristallisiert sich immer mehr heraus, dass Vertrauen einer der wesentlichen Punkte sein wird. Spannend!

Wenn die Nacht in Scherben fällt von Anika Beer – Faszinierend verstörend

Ich habe mir lange Zeit gelassen, um diese Rezension zu schreiben, weil ich mir über einige Dinge klarwerden wollte. Denn dieses Buch hat mich ziemlich beeindruckt, um nicht zu sagen sehr bewegt. Aber dazu kommen wir später.
Erschienen ist der Roman bei cbj und kostet als Taschenbuch 12,99 €.

Klappentext:

„Schon immer waren Träume für Nele etwas ganz Besonderes, denn sie besitzt die Fähigkeit, sie zu steuern, wie es ihr gefällt. Doch als sie mit ihren Eltern von München nach Erlfeld zieht, taucht auf einmal jemand in ihrem Traum auf, den sie selbst nicht erschaffen hat: Seth, ein junger Mann, den sie unheimlich und zugleich anziehend findet. Aber was macht er in ihrem Traum? Als Nele sich in der neuen Schule mit Jari anfreundet, hofft sie, in ihm jemanden gefunden zu haben, dem sie sich anvertrauen kann. Doch dann verschwindet Jari wie vom Erdboden verschluckt. Nele macht sich auf die Suche nach ihm, und findet heraus, dass nicht nur er in Gefahr ist – sondern die gesamte Traumwelt zu zerbrechen droht …“

Cover:

Wie im Stil von „Als die Schwarzen Feen kamen“ ist das Cover haptisch ein Genuss. Die stilisiert dargestellten Scherben sind ein wenig erhabener und lassen dem Leser den Eindruck, einen Blick durch zerborstenes Glas in einen anderen Teil der Welt zu erblicken. Von mir hierfür volle Punktzahl. [Da ich keine Rechte am Bild habe und mir das Cover (noch) nicht zur Verfügung gestellt wurde, verzichte ich darauf, werde es aber nachpflegen, sofern die Autorin oder der Verlag mir das Bild zukommen lassen. Wer es sich ansehen will, darf gerne hier entlang gehen.]

Handlung:

Nele kommt in eine neue Stadt und fühlt sich vollkommen verloren. Doch sie ist eine Kämpfernatur, die sich Herausforderungen stellt. So geht sie auch direkt auf den stillen Jungen Jari zu, der sie auf eine gewisse Art und Weise fasziniert. Die beiden schließen eine scheue Art von Freundschaft, im Zuge derer Nele Jari von ihrem größten Geheimnis erzählt, nämlich, dass sie eine Klarträumerin ist und sich schon einmal in den eigenen Träumen verlaufen hat.

Zudem trifft in ihren Träumen Nele auf Seth. Ein Wesen, das ihr nicht geheuer ist, und das sie seltsamerweise an den fremden Kater erinnert, der ständig um sie herumstreunt.

Seth versucht sie, mit sich zu locken, doch Neles Instinkte warnen sie davor, sich soweit fallen zu lassen. Seth ist darüber sehr frustriert, gibt aber seine Bemühungen nicht auf.

Jari dagegen hat ganz andere Sorgen. Sein Vater ist gewalttätig, die Mutter trinkt. Jari will raus aus diesem Leben. Doch dann eines Tages geschieht etwas, das alles verändert. Er zieht sich in seinen geheimen Raum zurück, um sich selbst zu schützen, doch er findet einfach nicht wieder heraus.

Seth nutzt die Gunst der Stunde. Er will, dass sich Traum und Wirklichkeit miteinander verschmelzen, um so die faszinierende Nele für sich allein zu haben. Dass er damit das Ende der Welt, wie wir sie kennen einläutet, ist ihm vollkommen egal; und welche Rolle Jari dabei spielt – nun, das solltet ihr selbst herausfinden.

Meinung:

Ich bin kein Fan von Jugendbüchern, aber da ich die anderen Werke von Anika Beer sehr mag, habe ich mich auch an dieses gewagt und wurde keinesfalls enttäuscht.

„Wenn die Nacht in Scherben fällt“ ist ein bombastischer Roman. Ich sage diese mit allem Nachdruck, denn ich bin beeindruckt. Tagelang ließ mich die Geschichte zwischen Schlafen und Wachen, zwischen Jari, Nele und Seth nicht los.

Den ersten beklemmenden Moment hatte ich, als Jari sich zurückzog und gefangen war. Stundenlang – sogar im Büro – habe ich immer wieder darüber gegrübelt, denn die Szene ging mir wirklich nahe. Anika Beer hat feinfühlig die zersplitterte Seele eines Jugendlichen beschrieben, ohne in Kitsch oder Klischee zu verfallen. Mit Zartgefühl und bildgewaltiger Sprache hat sie mich in eine Zauberwelt entführt, wie ich sie mir nicht hätte vorstellen können. Ich habe schon einige Bücher über Traumwelten gelesen und kann nur sagen, dieser Roman zählt zu den besten seiner Art.

Der einzige Kritikpunkt, der aber durchaus im Gesamtkontext zu vernachlässigen ist, ist die Katzengöttin. Für mich kommt sie – im Vergleich zu Seth, Jari oder Nele – ein wenig blass daher. Und für eine Göttin hat sie auch recht wenig Kraft. Das ist zwar auf der einen Seite schön, weil sie dadurch keine Lichtgestalt per se ist, auf der anderen Seite dagegen hätte ich mir hier etwas mehr Verstand gewünscht, denn ohne ihr Eingreifen, wäre es niemals zu den schlimmen Vorfällen auf der Erde gekommen, die einzig und allein Seth zu verdanken waren.

Fazit:

Cover toll, Figuren authentisch und liebenswert, Inhalt spannend, fesselnd und aufwühlend. Ergo kann ich gar nicht anders als die volle Punktzahl vergeben. Anika Beer hat einen wundervollen Roman geschrieben, den ich uneingeschränkt empfehlen kann – und das nicht nur für Jugendliche. Für mich ist es der beste Roman der Autorin, den ich bisher lesen konnte, und ich hoffe, dass es bald einen weiteren gibt, in den ich eintauchen kann.

Schwere Entscheidung …

Keine Sorge, ich hänge das Schreiben nicht an den Nagel. Allerdings habe ich eine schreibtechnisch schwere Entscheidung getroffen, die nur teilweise auf akuten Zeitmangel zurückzuführen ist.
Die meisten interessiert es vermutlich nicht, aber ich werde die nächste Fortsetzung von Höllenjob für einen Dämon und Höllenjob für einen Seraph auf Eis legen.
bigicon-shati-titel10014652_601077329985704_1826040911_nEs gibt zwar inzwischen einen fertigen Plot, den ich nur runterschreiben müsste, aber eine innere Stimme sagt mir, lass es erst einmal bleiben. Und wenn ich eines gelernt habe, auf diese innere Stimme zu hören.
Aber ich habe die Idee als Kurzexposé auf meiner Festplatte und falls ich wirklich große Lust verspüre, sie zu schreiben, wäre sie nicht verloren. Doch im Augenblick erscheint es mir, als würde ich den Figuren keinen Gefallen damit tun. Wer bin ich schon, mich mit Dämonen anzulegen?shati-plus-coverhoellenspiele5

Den Fans der Höllenjob-Reihe möchte ich einfach sagen:
Danke, dass es euch gibt. Ohne euch hätte ich nie eine Fortsetzung geschrieben. Ihr seid toll und so viel mehr, als ich erwartet hatte. Aber im Augenblick sehe ich nicht, dass ein weiterer Teil notwendig ist.
Bitte habt Verständnis.

Helen B. Kraft

6. Juni 2014

Es ist schon überraschend, was das menschliche Hirn zu leisten imstande ist. Heute Morgen saß ich in der Bahn, mir fielen fast die Augen zu, ich wollte eigentlich schlafen. Stattdessen kramte ich mein Notizbuch hervor und begann zu schreiben. 1398510777566
Als dann die Durchsage meiner Station kam, hab ich es zurückgeblättert und festgestellt, zwölf Seiten geschrieben zu haben.
Wahnsinn!
Damit hätte ich nun gar nicht gerechnet, insbesondere weil mich die Schreiblust eigentlich ein wenig verlassen hatte.
Da sieht man es mal wieder … unverhofft kommt eben doch oft.

Interview: Cairiel Ari

Ich kenne ihn, seit er das erste Mal den Tintenzirkel als Mitglied betreten durfte: Cairiel Ari, umso mehr freue ich mich, dass er bei der Interviewreihe mitmachen möchte.

HBK: Hallo, Cairiel, vielen Dank, dass du dir Zeit für mich und die Interviewreihe nimmst. Magst du dich vielleicht kurz vorstellen?
CA: Ich freue mich, es mir virtuell bei dir bequem machen zu dürfen. Um ehrlich zu sein, rede ich lieber über meine Bücher als über mich selbst, die sind auch weit interessanter, denke ich. Hinter meinem Pseudonym steckt ein junger Mann, der leidenschaftlich gerne schreibt, in der Weltgeschichte herumreist und sportlich tätig ist. Ich lebe mit meinem Hund in einer Stadt in Bayern und studiere eigentlich hauptsächlich, auch wenn sich das Schreiben gerne mal nach vorne drängt.

HBK: Wir haben uns ja über den Tintenzirkel kennen und mögen gelernt. Dort wurde ich auch auf deinen Erstling „Die Winterchroniken von Heratia 1: Der Verfluchte“ aufmerksam, den ich auch gelesen und rezensiert habe. Kürzlich kam jetzt „Der Herr der Schwarzen Schatten“ beim Verlag ohneohren heraus. Der Klappentext klingt spannend. Magst du ein bisschen über das Buch erzählen?
SchattenherrCA: Wo soll ich anfangen? Über dieses Buch allein könnte ich einen ganzen Roman füllen, da ich viel „mit ihm“ erlebt habe. Aber beschränken wir uns mal auf das Wesentliche: Es spielt in meiner Fantasywelt Heratia. Statt für jedes meiner Bücher eine neue Welt zu erschaffen, bleibe ich hauptsächlich bei dieser einen, weil in ihr genug Geschichten für mein restliches Leben stecken. „Der Herr der Schwarzen Schatten“ kann man zwar wie alle meine Werke völlig eigenständig lesen, aber meine Bücher sind alle subtil miteinander verknüpft, sodass es zu ein paar Bonus-“Aha“-Effekten kommt, wenn man mehrere von ihnen liest. Der Schattenherr spielt in meinem Lieblingsreich Chaylia und erzählt die Geschichte eines jungen Marionettenkaisers, der sich gegen seine Handlungsunfähigkeit wehrt. Dabei muss er jedoch feststellen, dass der Schritt vom verwöhnten Prinzen zum Helden schwieriger ist, als er es sich vorgestellt hat …

HBK: Die „Winterchroniken“ und „„Vampires Dawn – Reign of Blood“, sind bei der Weltenschmiede erschienen, der „Herr der Schwarzen Schatten“ bei ohneohren. Warum unterschiedliche Verlage?
CA: Das hat keinen besonderen Grund, ich arbeite auch weiterhin mit der Weltenschmiede zusammen. Ich wollte ausprobieren, meinen Horizont erweitern und herausfinden, ob ich auch einen anderen Verlag von meinen Werken überzeugen kann.

HBK: Gibt es einen Traumverlag für dich? Oder bist du zufrieden, bei Kleinverlagen zu veröffentlichen?
CA: Tatsächlich ist mein Traumverlag ein Kleinverlag. Auch wenn ich nichts dagegen hätte, bei einem größeren Verlag zu veröffentlichen, bin ich momentan rundum glücklich mit meiner Situation.

HBK: Über welches „große“ Thema würdest du gerne einmal schreiben – und warum?
CA: Direkt Themen gibt es nicht, aber ich würde zu gerne einmal Fantasie und Wirklichkeit miteinander verbinden, in einer Art wie es z. B. Joanne K. Rowling in Harry Potter getan hat. Leider ist es gar nicht mal so leicht, auf dem Gebiet noch eine halbwegs unverbrauchte Idee zu finden, weshalb ich dieses Vorhaben bislang noch nicht in die Tat umgesetzt habe.

HBK: Ergänze folgenden Satz: „Mein perfekter Schreibtag bedeutet …“
CA: … frühmorgens aufstehen, mit meinem Lieblingstee an den Schreibtisch setzen und den ganzen Tag lang durchschreiben.

HBK: Woran sitzt du denn derzeit? Gibt es ein weiteres Projekt, auf das wir uns alsbald freuen dürfen?
CA: Demnächst erscheint der zweite Teil der Winterchroniken von Heratia, in dem es Serrashil in die weite Welt Heratias verschlagen wird. Außerdem arbeite ich derzeit an Vampires Dawn 2, das wie sein Vorgänger pünktlich an Halloween veröffentlicht werden soll. Darin wird es wie gewohnt ein bisschen blutiger zugehen.

HBK: Hui, das sind tolle Neuigkeiten! Gibt es denn noch ein anderes Hobby, dass du außer Schreiben verfolgst?
CA: Ja, ich betreibe leidenschaftlich gerne Kampfsport und reite.

HBK: Mal etwas anderes. Ich habe vor einiger Zeit gelesen, erfolgreiche Autoren benötigen eine Katze. Oder, wenn es gar nicht anders geht, einen Hund. Hauptsache ein Haustier. Wie siehst du das?
CA: Auf jeden Fall! Ohne meinen Hund wäre ich aufgeschmissen. Beim Spazierengehen mit ihm arbeite ich im Kopf meine Ideen aus, ich kann mir keine schönere Tätigkeit vorstellen, um das zu tun. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass eine schnurrende Katze auf dem Schoß ebenfalls schreibfördernd ist.

HBK: Lieber Cairiel, vielen Dank, dass du mir diesen Einblick gewährt hast. Zum Abschluss darfst du noch ein paar Worte an die Leser richten.
CA: Das Wissen, dass jemand meine Bücher liest, ist ein unglaubliches Gefühl, für das ich jedem Einzelnen meiner Leser danken möchte. Ihr seid die besten!