Archiv für den Monat: August 2014

Nix als Arbeit – vom Nicken und Blicken

DSC_0048Ich habe es geschafft!
Sechs Wochen nach meinem wohlverdienten Urlaub ist der Rohentwurf meines jüngsten Projektes beendet. Sechs Wochen, in denen ich ehrlich kaum geflucht habe. Okay, zugegeben, am Anfang lief es etwas holprig, aber dann machte es klick und ich schaffte ein Tagespensum von 5.000 Wörtern am Tag, und am Ende habe ich nun so viel Text, dass ich einiges wieder kürzen muss.
Es fehlen zudem noch ein paar atmosphärische Kleinigkeiten, einige Platzhalter [Gurkensalat] wollen ersetzt werden und das viele Nicken und Blicken muss noch ausgemerzt werden, damit der Text rund wird. Aber das Hauptgerüst steht, mit 399 Seiten und  96.762 Wörtern.
Ich würde gern mehr darüber erzählen, darf es aber nicht, weil es bereits einen Vertrag für das Projekt gibt. Nur eines möchte ich noch loswerden: Dank der Verlegerin, die mir einen ordentlichen Vertrauensbonus gewährt hat, darf ich einen weiteren Roman in dieser Reihe schreiben, auch wenn ich mir damit noch ein wenig Zeit lassen kann.
Jetzt überarbeite ich erst einmal das Projekt, danach gönn ich mir eine kleine Schreibpause, nur um dann mit dem nächsten Projekt weiterzumachen. Eine Novelle – falls ich mich kurzfassen kann.
Aber hey, nach dem Roman ist vor dem Roman, oder?

Drabble: Ein herrliches Exemplar

Abendrot beleuchtete seinen perfekt geformten Körper. Jede einzelne Kontur wirkte, als sei sie von einem Bildhauer geschaffen. Ein Kunstwerk aus Kraft und Energie. Er sah Hedley mit brennendem Blick an, dann schüttelte er sich ein wenig, als sei ihm kalt. Seine schwarze Mähne wogte leicht, so dass sein Duft herüber wehte.
Hedleys Herz wurde weit, als er auf sie zutrat. Jeder Schritt bedächtig, wie um die Vorfreude auszukosten. Schließlich rieb er seine Nase an ihrer Halsbeuge, so dass Hedley erschauerte. Vorsichtig schob sie ihn beiseite. Dann stellte sie einen Fuß in den Steigbügel und glitt in den Sattel.
„Los geht’s!“

Interview: Stefanie Mühlsteph

Stefanie Mühlsteph ©Lichtbildatelier Eva Speith, Darmstadt

Stefanie Mühlsteph
©Lichtbildatelier Eva Speith, Darmstadt

Obwohl es den Anschein haben könnte, schreiben nicht alle Autoren, die ich kenne nur Fantasy. Eine besonders liebe Ausnahme von dieser Regel ist Stefanie Mühlsteph. Ihr „NERDIKON – Die fabelhafte Welt der Nerds und Geeks“ und sein Nachfolger „TECHNIKGIRL – Wenn Mädchen Technik lieben“ sind der Beweis dafür. Wer jetzt jedoch erwartet, dass ich Stefanie zu diesen Romanen befrage, irrt sich, ich will ganz andere Dinge wissen.

HBK: Hallo, Stefanie. Es ist schön, dass du hier bist. Nimm Platz und lehn dich zurück.
SM: Hallo Helen! Sehr gerne! *mümmelt sich in den Sessel*

HBK: Auch wir kennen uns ursprünglich aus dem Tintenzirkel und haben uns in der Zwischenzeit angefreundet. Ich habe viele Hochs und Tiefs deiner Schreibkarriere mitbekommen. Wie schaffst du es, nach alledem trotzdem deine gute Laune zu behalten? Denn mal ehrlich, wenn wir uns sehen, strahlst du immer – und ich wage mal zu bezweifeln, dass das nur an mir liegt.
SM: Um ehrlich zu sein, ich habe schon oft ins Kissen geheult und mir gewünscht, dass ich es sein lassen kann, diese Schreiberei. Es ist aber wie es ist mit allen Drogen, man kommt nicht davon los und will es schlussendlich auch nicht. Ich kann nicht ohne leben, auch wenn meine Pausen bei tiefen Tälern lang sind. Aber schlussendlich findet mich meine Muse immer, zerrt mich unsanft am Bein unter der Bettdecke hervor, wäscht mir die Tränen aus dem Gesicht und macht mir Mut, dass es weiter geht, schließlich kann ich nicht ohne sie und sie nicht ohne mich.
Lachen ist dabei die beste Medizin, und natürlich so gute Freunde wie dich zu haben.
Oder um es mit dem Humor einer lieben Freundin auszudrücken: „Deine Drogen knallen einfach besser als meine“.

HBK: Du hast jüngst deinen Fantasy-Roman „Blutschwur“ beim Verlag Torsten Low veröffentlicht. Ich erinnere mich daran, dass du einen kleinen Auszug daraus vor Urzeiten in Darmstadt vorgelesen hast. Seit damals ist viel Wasser den Main entlang gelaufen. Wie froh bist du, dass der Roman endlich draußen ist.
SM: Am glücklichsten war ich an dem Tag, als ich um kurz nach Mitternacht die E-Mail von meinem lieben Verleger bekommen habe mit so wundervollen Worten, dass ich weinen musste vor Glück. Da wusste ich, ich habe nicht nur alles richtig gemacht, sondern auch einen tollen Verleger gefunden, für den es kein Buch ist, sondern Herzblut.
Als das Buch dann erschien (genau zur Leipziger Buchmesse 2014), habe ich es an mich gedrückt und wollte es nicht mehr los lassen. Nicht nur, weil es „endlich draußen ist“, sondern weil es ein Stück meines Herzens und ein Tropfen Herzblut eines super tollen Verlegers auf Papier ist, das nun alle Welt lesen kann. Ich liebe diesen Roman, seine Geschichte und Helden jetzt noch so innig wie vor drei Jahren. Er ist und bleibt meine erste große, wahre Liebe. Deswegen ist alles besonders und selbst die drei Jahre, die ich auf ihn gewartet habe, habe ich mit stiller Freude verbracht, weil ich wusste, dass es ein besonderer Moment sein wird, wenn ich das Buch das erste Mal in der Hand halte.

HBK: Und wohin wird die nächste Buchrichtung gehen? Technik, Fantasy – die Genres sind abgearbeitet. Was nun?
SM: Ich möchte so viel und ich habe noch massig Zeit, um mich auszuprobieren. Ich liebe das große Genre der Phantastik heiß und innig seit Teenagerzeit und da hat sich nie etwas daran geändert (die erste Liebe vergisst man nie). Ich schwärme aber auch für realistische Jugendbücher, außerdem will ich irgendwann in meinem Leben einen richtig geilen Erotikroman schreiben.
Ich hake zwar nichts auf einer Liste ab, aber ich möchte auch nichts ausschließen. Das habe ich besonders 2012 gelernt, als mir meine Agentur vorgeschlagen hat, ich solle doch mal das Genre „Populäres Sachbuch“ ausprobieren. Ich war erst sehr skeptisch … aber es hat mir ziemlichen Spaß gemacht – was ich niemals gedacht hätte.
Deswegen will ich nie wieder etwas ausschließen … außer vielleicht Horror, weil gruselig kann ich nicht … schräg ja, aber gruselig bin ich nicht … denke ich.

HBK: Viele Autoren ziehen ihre Inspirationen aus Reisen. Wie ist es mit dir? Hat dich eine Reise zu einem bestimmten Projekt inspiriert? Wenn ja, wohin ging es und was kam dabei raus?
SM:Blutschwur“ entstand tatsächlich aus einer Reise heraus, nämlich nach England/London. Dort wohnte ich für zwei Wochen in einem Studenten-Wohnhaus der Imperium London University. Ich habe sogar noch ein grünes Shirt mit dem Wappen des Uni! Jedenfalls war eines Abends in London unterwegs, stand in der Tube-Station, beobachtete die Leute, die an- und abfahrenden Züge und fragte mich … was könnte wohl passieren wenn man hier einschläft. Denn in London werden diese Haltestellen um ca. 23Uhr mit einem Rollgitter abgeschlossen.
Da standen sie dann plötzlich vor mir: Matthew und Richard.
Die Geschichte ergab sich dann schier von alleine, schließlich ist meine Heldin Geschichtsstudentin 😉
Was mich inspiriert sind – wie man sieht – auch typischerweise Reisen, bzw. das was ich tue (wie Baseball spielen und mich dabei verletzen wie ein Weltmeister) oder die Menschen, denen ich begegne. Alles baut sich in meinem Kopf zu Dialogen, Szenen und ganzen Geschichten zusammen.

HBK: Was steht 2014/2015 bei dir auf dem Programm?
SM: Eine Kurzgeschichte schreiben, Leseproben für willige Lektoren anfertigen, meinen ersten NaNo nach drei Jahren Pause vorbereiten, einen Ausbilderschein machen (ich quäle gerne junge Menschen *muhahahaha!*) … und meine Hochzeit planen.

HBK: Wenn du einen einzigen Wunsch frei hättest, was wäre das?
SM: Am Ende meines Lebens nichts bereuen zu müssen – keine verpassten Chancen hinterherweinen zu müssen.

HBK: Diesem Wunsch schließe ich mich natürlich gerne an. Aber sag, du bist auf Facebook sehr aktiv, du schreibst Bücher, hast einen Brotjob. Herrje, bleibt da überhaupt Zeit für die Familie?
SM: Ich twittere auch noch sehr fleißig und häkele gerne. 😉 Sicher bleibt Zeit für die Familie und Freunde. Ich habe mittlerweile gelernt mich gut zu terminieren und nur bewusst Zeit zu verschlunzen. Früher versumpfte ich gerne vor dem TV, heute bin ich konsequenter geworden und tippe zumindest Mails, während ich eine Wiederholung von Star Trek Voyager schaue.

HBK: Jetzt sag mir, was du mit dem Wort „Zitronenfalter“ verbindest.
SM: Tee und Kuchen – ja, ich bin verfressen.

HBK: Was man dir aber keinesfalls ansieht. 😉  Vielen Dank, Stefanie, dass du mitgemacht hast. Möchtest du deinen Lesern und Fans noch ein paar persönliche Worte mit auf den Weg geben?
SM: Ich möchte jedem sagen, der das hier liest, dass es wichtig ist, seine Träume nicht bei Seite zu schieben oder zu sagen „Das ist utopisch, das schaffe ich eh nie“. Man muss immer an sich und seine Träume glauben, selbst wenn die Zeiten hart sind.

HBK: Danke, Stefanie, dass du mir all diese Dinge verraten hast. Jetzt darfst du noch etwas sagen, ohne dass jemand die Richtung dirigiert.
SM: Falls ihr jemals von einem rosa einhornfressenden Zauberpony namens Gunther lest … denkt an mich. 😉

HBK: Und damit ihr wisst, wie Gunther aussieht, hat Stefanie mir ein Bild zur Verfügung gestellt:
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Helen liest in Dreieich

Seit drei Jahren nehme ich nun regelmäßig am Buchmesse Convent in Dreieich teil. Bisher stets als Besucherin und Zuhörerin toller Lesungen.
In diesem Jahr habe ich es dann erstmal gewagt und mich selbst für ein Panel beworben. Große Chancen habe ich mir nicht ausgemalt. Pessimistin von Haus aus eben.
10014652_601077329985704_1826040911_nUmso erfreuter und überraschter war ich, als ich dann die Email der Organisatoren bekam, dass ich tatsächlich in Dreieich lesen darf.
Um 17 Uhr findet ihr mich auf dem Holodeck, wo ich aus Höllenjob für einen Seraph lesen werde.
Ich würde mich sehr freuen, viele von euch dort zu treffen.

Übrigens, meine Freunde Ann-Kathrin Karschnick, Tom Daut und Sabrina Železný werden auch lesen. Sabrina erfreut uns mit ihren Kondorkindern, Ann-Kathrin liest aus Phoenix – Tochter der Asche und die Donnerstimme Tom gönnt uns ANNO SALAVTIO 423 – Der gefallene Prophet.
Die Daten hierzu entnehmt ihr bitte direkt der Homepage des BuCon.

Veröffentlichung: Anthologie – Missverstandene Monster

Monster sind einfach nur Monster, oder nicht? Vielleicht aber hängt der mächtige Tentakulus Johnson tagsüber in einem stinknormalen Schreibtischjob fest. Oder Grausolina Saugnapf versucht ihre Lebenskrise in Softeis zu ertränken, während sie Splatterfilme im Fernsehen schaut?

Das Cover wurde freundlicherweise vom Verlag ohneohren zur Verfügung gestellt; Coverillustration: Oskar Pointecker

Das Cover wurde freundlicherweise vom Verlag ohneohren zur Verfügung gestellt; Coverillustration: Oskar Pointecker

Am 1. September ist es so weit. Die Anthologie Missverstandene Monster erscheint mit zwanzig Geschichten als Ebook beim ohnehohren Verlag und wird für € 4,99 erhältlich sein.

Neben einer Wenigkeit sind unter anderem auch Nina C. Egli, Tina Alba und Tanja Rast vertreten.
Über Letzteres freue ich mich ganz besonders, weil ich schon lange darauf hinfiebere, es endlich einmal gemeinsam mit Tanja in eine Anthologie geschafft zu haben. Wir haben es weiß Gott, oft genug versucht.
Ich bin schon ganz gespannt auf die Geschichten. Ihr auch? Für die Neugierigen unter euch: Schaut hin und wieder auf der Facebook-Seite von ohneohren nach, da werden Zitate aus den Geschichten veröffentlicht.

Steampunk liest doch keiner!

Solche und ähnliche Aussagen durfte ich mir in den vergangenen Jahren sehr oft anhören. Verstanden habe ich es nie. Gerade im Phantastik-Bereich bietet Steampunk ungeahnte Möglichkeiten. Zu sagen, niemand liest das, ist schlichtweg falsch.
Ich kenne mehr als zehn Personen in meinem persönlichen Umfeld, die gerne alle Arten von Punk lesen, egal ob Steam-, Tesla- oder sonstigem –punk.
Und gerade erst kürzlich las ich mehrere als Highfantasy deklarierte Romane, nur um dann festzustellen, dass auch diese Punkelemente enthielten.
Warum stand dazu nichts auf dem Cover oder im Klappentext? Bei dem einen Roman konnte ich das noch nachvollziehen, da Aha-Effekt, wenn man an eine bestimmte Stelle kam, wäre weggewesen. Aber bei dem anderen Projekt, startete man direkt mit technischen Elementen in einem historischen Setting. Doch kein Wort davon auf der Buchrückseite. -.-
Ich finde das schade, gerade weil oft genug nur aufgewärmter Brei auf dem Buchmarkt landet. Klar, die Sachen sind bekannt dafür, dass sie sich verkaufen. Aber will ich wirklich zum einhundertsten Mal die tausendste Variante eines altbekannten Themas lesen?
Frischer Wind tut gut. Oder täte gut, wenn er denn aufkäme.
Bislang sehe ich davon nichts bis wenig. Lediglich die kleinen Verlage trauen sich. Sie lecken sich förmlich alle zehn Finger danach, Anthologien sprießen aus dem Boden wie Schimmelpilze in einer schlechtgelüfteten Wohnung.
Da fragt man sich als Autorin und natürlich auch als Leserin: Verpennen die großen Verlage diesen Trend einfach?
Ich bin ratlos.
Und ihr? Mögt Ihr Steampunk oder nicht?

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Ein Abschluss

Vor Kurzem habe ich zwei Kurzgeschichten fertiggestellt und an Machandel geschickt. Es handelt sich um zwei Geschichten aus dem Höllenjob-Universum, die die Zeit bist zum Erscheinen meines nächsten Romans überbrücken sollen – ähnlich wie die Drei Höllenspiele zwischen Höllenjob für einen Dämon und Höllenjob für einen Seraph.
Mein nächstes Projekt bei Machandel handelt ja bekanntlich nicht mehr von Shatan, Evangelina, Lilith, Ravael & Co.. Und obwohl vielleicht der eine oder andere aufschreit, weil es keinen dritten Höllenjob geben wird, muss ich sagen, dass es sich für mich gut anfühlt, mit diesen beiden Kurzgeschichten die Reihe endgültig abzuschließen.
Man sollte nicht zu lange an einer Stelle verweilen, und ich denke, jetzt wird es einfach Zeit, den Dämonen, Engeln und Mächtigen ihre Privatsphäre zurückzugeben.
DSC_0028Shatan wird immer mein Baby bleiben. Mein Erstling, der mir erlaubte, seiner Geschichte durch meine Feder Leben einzuhauchen. Ich habe mit ihm gelacht, gelitten und geweint. Mit Lilith habe ich gekämpft, gelacht und mir oft genug mit der Hand an die Stirn geschlagen.  Jetzt entlasse ich beide in ein autorenfreies Leben. Wer weiß, vielleicht begegnen wir uns hier und da in einem Drabble oder einer Kurzgeschichte wieder, aber ansonsten lasse ich sie in Frieden. Sie haben es sich wahrlich verdient.
Natürlich schwingt auch ein wenig Wehmut mit, wenn ich daran denke, meinen roten Dämon zu verabschieden. Klar, wir haben schließlich viel Zeit miteinander verbracht. Ohne ihn hätte ich viele liebe Fans nicht kennengelernt, hätte niemals mit Isabella Benz über deprimierte Wächterschwerter gesprochen oder einige ganz besondere Menschen kennengelernt, die ich inzwischen Freunde nennen darf.
Shatan werden andere folgen. Ian, zum Beispiel, der nicht minder unter mir leiden musste und seinen Weg zu Romance Edition fand, oder Daemyan, den ich beinahe noch mehr als die anderen Figuren zusammen quälte und der in Form des Bestienromans Shatans Nachfolge bei Machandel antreten wird.

Ich freue mich darauf, mit diesen neuen Figuren einen weiteren Schritt als Autorin zu gehen. Und weil es eventuell die letzten Worte der drei außerhalb der noch ausstehenden Kurzgeschichten ist, lasse ich jetzt Lilith, Ravael und natürlich Shatan noch einmal zu Wort kommen:

Ravael: „Scheint so, als meine sie es ernst.“
Shatan nickt. Seine Schultern hängen ein wenig und der Quastenschwanz, der mit der Spitze auf seinem Schenkel liegt, zuckt nur leicht. „Ich schätze, du hast recht.“
Lilith: „Denkt ihr, sie vergisst uns?“
Shatan: „Niemals! Wie könnte sie einen Dämon wie mich vergessen?“
Ravael mit stolz geschwellter Brust: „Oder einen Erzengel. Ich musste schließlich die Ehre meines Volkes retten, nachdem Gavarel es fast versaut hätte.“
Lilith schmunzelt angesichts so viel männlicher Zurschaustellung von Stolz: „Es wird nicht mehr so wie vorher sein, oder? Kein ständiges über die Schulter blicken, ob sie da ist. Sie wird einfach … fort sein.“
Ravaels Miene wird weich: „Was auch sein Gutes hat. Jetzt muss ich mir nicht mehr länger Gedanken machen, ob sie uns bei … du weißt schon was beobachtet.“
Shatan hebt eine Braue. „Hat sie das?“
Lilith sieht ihn an: „Klar, bei euch nicht?“
Er zuckt die Achseln. „Keine Ahnung, wenn ich mit Lina zusammen bin, interessiert es mich nicht, was um uns herum geschieht.“
Alle drei verfallen in einträchtiges Schweigen. Ein Gefühl des Bedauerns liegt in der Luft.
Schließlich hebt Lilith ihr Glas. „Auf Helen. Sie hat einen ganz guten Job gemacht, finde ich. Wir hätten es schlimmer treffen können. Andere Figuren sterben nämlich bei ihr sehr schnell.
Ravael: „Hört, hört.“
Auch Shatan stimmt zu. Während das Pärchen seine Gläser leert, schaut er ins Leere und murmelt so leise, dass es niemand hören kann: „Leb wohl, meine Freundin. Auch wenn ich oft über dich geschimpft habe, es hat Spaß gemacht. Ich werde dich vermissen. Und falls du jemals nach Hel kommst, wir finden schon ein Plätzchen für dich, an dem es nicht ganz so warm ist.“