Schlagwort-Archiv: Autor

Neuer Roman: “Victorian Secrets 2: Verbotene Träume”

Während „Victorian Secrets 1: Verbotene Sünden“ bereits die Herzen vieler Leser im Sturm erobert, bekomme ich ständig die Frage gestellt, ob es eine Fortsetzung geben wird. Tatsächlich wird es diese geben.

Im Juni 2015 erscheint „Victorian Secrets 2: Verbotene Träume„.

Coverdesign @JDesign

Coverdesign @JDesign

Und darum geht es:

Die Vergangenheit sollte man ruhen lassen Doch neun Jahre später sucht die junge Diebin Royalyn Summer noch immer nach ihrer großen Liebe Tom, der sie vom einen auf den anderen Tag verließ. Als Royalyn einem Mordkomplott auf die Spur kommt, treffen sie einander wieder und die alten Gefühle lodern erneut auf. Heute stehen sie jedoch auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes. Wird ihre Liebe ausreichen, diese Distanz zu überwinden?

Wiederum hat Jacky von Jdesign Cover Art das Cover erstellt, und ich kann es kaum erwarten, das Printexemplar auch in mein Bücherregal stellen zu dürfen.

Veröffentlichung: Anthologie – Missverstandene Monster

Monster sind einfach nur Monster, oder nicht? Vielleicht aber hängt der mächtige Tentakulus Johnson tagsüber in einem stinknormalen Schreibtischjob fest. Oder Grausolina Saugnapf versucht ihre Lebenskrise in Softeis zu ertränken, während sie Splatterfilme im Fernsehen schaut?

Das Cover wurde freundlicherweise vom Verlag ohneohren zur Verfügung gestellt; Coverillustration: Oskar Pointecker

Das Cover wurde freundlicherweise vom Verlag ohneohren zur Verfügung gestellt; Coverillustration: Oskar Pointecker

Am 1. September ist es so weit. Die Anthologie Missverstandene Monster erscheint mit zwanzig Geschichten als Ebook beim ohnehohren Verlag und wird für € 4,99 erhältlich sein.

Neben einer Wenigkeit sind unter anderem auch Nina C. Egli, Tina Alba und Tanja Rast vertreten.
Über Letzteres freue ich mich ganz besonders, weil ich schon lange darauf hinfiebere, es endlich einmal gemeinsam mit Tanja in eine Anthologie geschafft zu haben. Wir haben es weiß Gott, oft genug versucht.
Ich bin schon ganz gespannt auf die Geschichten. Ihr auch? Für die Neugierigen unter euch: Schaut hin und wieder auf der Facebook-Seite von ohneohren nach, da werden Zitate aus den Geschichten veröffentlicht.

Steampunk liest doch keiner!

Solche und ähnliche Aussagen durfte ich mir in den vergangenen Jahren sehr oft anhören. Verstanden habe ich es nie. Gerade im Phantastik-Bereich bietet Steampunk ungeahnte Möglichkeiten. Zu sagen, niemand liest das, ist schlichtweg falsch.
Ich kenne mehr als zehn Personen in meinem persönlichen Umfeld, die gerne alle Arten von Punk lesen, egal ob Steam-, Tesla- oder sonstigem –punk.
Und gerade erst kürzlich las ich mehrere als Highfantasy deklarierte Romane, nur um dann festzustellen, dass auch diese Punkelemente enthielten.
Warum stand dazu nichts auf dem Cover oder im Klappentext? Bei dem einen Roman konnte ich das noch nachvollziehen, da Aha-Effekt, wenn man an eine bestimmte Stelle kam, wäre weggewesen. Aber bei dem anderen Projekt, startete man direkt mit technischen Elementen in einem historischen Setting. Doch kein Wort davon auf der Buchrückseite. -.-
Ich finde das schade, gerade weil oft genug nur aufgewärmter Brei auf dem Buchmarkt landet. Klar, die Sachen sind bekannt dafür, dass sie sich verkaufen. Aber will ich wirklich zum einhundertsten Mal die tausendste Variante eines altbekannten Themas lesen?
Frischer Wind tut gut. Oder täte gut, wenn er denn aufkäme.
Bislang sehe ich davon nichts bis wenig. Lediglich die kleinen Verlage trauen sich. Sie lecken sich förmlich alle zehn Finger danach, Anthologien sprießen aus dem Boden wie Schimmelpilze in einer schlechtgelüfteten Wohnung.
Da fragt man sich als Autorin und natürlich auch als Leserin: Verpennen die großen Verlage diesen Trend einfach?
Ich bin ratlos.
Und ihr? Mögt Ihr Steampunk oder nicht?

Ein toller Tag mit tollen Gesprächen

DSC_0043Ursprünglich war geplant, Annika Dick und Susanna Montua an einem gemeinsamen Tag zu treffen. Leider kam etwas dazwischen, so dass Ende Mai nur Susanna bei mir war. Wir hatten zwar auch einen wunderbar tollen Tag, aber etwas fehlte, weil Nika nicht dabei sein konnte.
Gestern jedoch hat es geklappt, und Nika hat mich besucht. Wir haben uns auf Anhieb wunderbar verstanden, uns sehr gut unterhalten und vor allem angeregt diskutiert. Ihr Nudelsalat war göttlich (findet auch mein Mann) und über das Mitbringsel (siehe links) habe ich mich wahnsinnig gefreut. Eine neckische kleine Handtasche mit dem Bild zu dem Roman „Distelmond“, den ich übrigens als Ebook gewonnen habe und erhalten werde, sobald der Roman offiziell erschienen ist. Ich freu mich wahnsinnig.
Noch schöner wäre es natürlich gewesen, wenn Nika und Nana gemeinsam dagewesen wären und wir zu dritt über Romane, Autoren und alles mögliche gequatscht hätten, aber das war ja leider nicht möglich.
Dennoch waren es zwei wunderbare Treffen, mit zwei Persönlichkeiten, die es am Autorenhimmel bestimmt noch einmal sehr weit bringen werden.
Ich freue mich schon auf unser nächstes Treffen. Gemeinsam diesmal. 😉

Helen B. Kraft

23. Juni 2014

Manchmal ist es furchtbar. Da hat man ein Projekt, weiß genau, wie es laufen soll und kaum sitzt man vor dem Rechner, will es nicht mehr.
So auch heute. Ich bin extra früh aufgestanden, um einen ordentlichen Vorsprung des Projektes herauszuschreiben. Anfangs lief es auch ganz gut. Dann verlangte mein Körper nach Kaffee. Ist ja per se nichts Schlimmes, aber bis ich wieder am Rechner saß, hatte ich die vielen kleinen Ungenauigkeiten erkannt, die ich versehentlich in das bisher Geschriebene eingebaut hatte.  Gut, dachte ich mir, verbesserst du das erst, vorher kannst du ja ohnehin nicht weiterschreiben. Gesagt, getan. Nachdem ich fertig war, sprang ich wieder zu der Stelle, an der ich aufgehört hatte. Ein kurzer Blick auf die Uhr. Ach ja, der Massage-Termin, auf den ich schon seit Wochen hin fiebere. Also gut: speichern und Laptop runterfahren.
Der Termin war super, ich kam ganz entspannt nach Hause, voller Tatendrang weiterzuschreiben. Also schnell eine Flasche Wasser auf den Tisch gestellt und los geht’s …
Ähm nun ja, es sollte losgehen.
Ich kam nur sehr langsam in Fahrt. Hier ein paar Ortbeschreibungen, da eine Gefühlsregung, wieder nur kleine Verbesserungen. In den Text kam ich dagegen nicht. Drei Anläufe später hab ich aufgegeben. Erzwingen geht nicht. Ich gönne mir jetzt einfach ein paar You Tube-Videos und gehe ein bisschen spazieren. Wenn es danach nicht läuft – morgen ist auch noch ein Tag.

Interview: Cairiel Ari

Ich kenne ihn, seit er das erste Mal den Tintenzirkel als Mitglied betreten durfte: Cairiel Ari, umso mehr freue ich mich, dass er bei der Interviewreihe mitmachen möchte.

HBK: Hallo, Cairiel, vielen Dank, dass du dir Zeit für mich und die Interviewreihe nimmst. Magst du dich vielleicht kurz vorstellen?
CA: Ich freue mich, es mir virtuell bei dir bequem machen zu dürfen. Um ehrlich zu sein, rede ich lieber über meine Bücher als über mich selbst, die sind auch weit interessanter, denke ich. Hinter meinem Pseudonym steckt ein junger Mann, der leidenschaftlich gerne schreibt, in der Weltgeschichte herumreist und sportlich tätig ist. Ich lebe mit meinem Hund in einer Stadt in Bayern und studiere eigentlich hauptsächlich, auch wenn sich das Schreiben gerne mal nach vorne drängt.

HBK: Wir haben uns ja über den Tintenzirkel kennen und mögen gelernt. Dort wurde ich auch auf deinen Erstling „Die Winterchroniken von Heratia 1: Der Verfluchte“ aufmerksam, den ich auch gelesen und rezensiert habe. Kürzlich kam jetzt „Der Herr der Schwarzen Schatten“ beim Verlag ohneohren heraus. Der Klappentext klingt spannend. Magst du ein bisschen über das Buch erzählen?
SchattenherrCA: Wo soll ich anfangen? Über dieses Buch allein könnte ich einen ganzen Roman füllen, da ich viel „mit ihm“ erlebt habe. Aber beschränken wir uns mal auf das Wesentliche: Es spielt in meiner Fantasywelt Heratia. Statt für jedes meiner Bücher eine neue Welt zu erschaffen, bleibe ich hauptsächlich bei dieser einen, weil in ihr genug Geschichten für mein restliches Leben stecken. „Der Herr der Schwarzen Schatten“ kann man zwar wie alle meine Werke völlig eigenständig lesen, aber meine Bücher sind alle subtil miteinander verknüpft, sodass es zu ein paar Bonus-“Aha“-Effekten kommt, wenn man mehrere von ihnen liest. Der Schattenherr spielt in meinem Lieblingsreich Chaylia und erzählt die Geschichte eines jungen Marionettenkaisers, der sich gegen seine Handlungsunfähigkeit wehrt. Dabei muss er jedoch feststellen, dass der Schritt vom verwöhnten Prinzen zum Helden schwieriger ist, als er es sich vorgestellt hat …

HBK: Die „Winterchroniken“ und „„Vampires Dawn – Reign of Blood“, sind bei der Weltenschmiede erschienen, der „Herr der Schwarzen Schatten“ bei ohneohren. Warum unterschiedliche Verlage?
CA: Das hat keinen besonderen Grund, ich arbeite auch weiterhin mit der Weltenschmiede zusammen. Ich wollte ausprobieren, meinen Horizont erweitern und herausfinden, ob ich auch einen anderen Verlag von meinen Werken überzeugen kann.

HBK: Gibt es einen Traumverlag für dich? Oder bist du zufrieden, bei Kleinverlagen zu veröffentlichen?
CA: Tatsächlich ist mein Traumverlag ein Kleinverlag. Auch wenn ich nichts dagegen hätte, bei einem größeren Verlag zu veröffentlichen, bin ich momentan rundum glücklich mit meiner Situation.

HBK: Über welches „große“ Thema würdest du gerne einmal schreiben – und warum?
CA: Direkt Themen gibt es nicht, aber ich würde zu gerne einmal Fantasie und Wirklichkeit miteinander verbinden, in einer Art wie es z. B. Joanne K. Rowling in Harry Potter getan hat. Leider ist es gar nicht mal so leicht, auf dem Gebiet noch eine halbwegs unverbrauchte Idee zu finden, weshalb ich dieses Vorhaben bislang noch nicht in die Tat umgesetzt habe.

HBK: Ergänze folgenden Satz: „Mein perfekter Schreibtag bedeutet …“
CA: … frühmorgens aufstehen, mit meinem Lieblingstee an den Schreibtisch setzen und den ganzen Tag lang durchschreiben.

HBK: Woran sitzt du denn derzeit? Gibt es ein weiteres Projekt, auf das wir uns alsbald freuen dürfen?
CA: Demnächst erscheint der zweite Teil der Winterchroniken von Heratia, in dem es Serrashil in die weite Welt Heratias verschlagen wird. Außerdem arbeite ich derzeit an Vampires Dawn 2, das wie sein Vorgänger pünktlich an Halloween veröffentlicht werden soll. Darin wird es wie gewohnt ein bisschen blutiger zugehen.

HBK: Hui, das sind tolle Neuigkeiten! Gibt es denn noch ein anderes Hobby, dass du außer Schreiben verfolgst?
CA: Ja, ich betreibe leidenschaftlich gerne Kampfsport und reite.

HBK: Mal etwas anderes. Ich habe vor einiger Zeit gelesen, erfolgreiche Autoren benötigen eine Katze. Oder, wenn es gar nicht anders geht, einen Hund. Hauptsache ein Haustier. Wie siehst du das?
CA: Auf jeden Fall! Ohne meinen Hund wäre ich aufgeschmissen. Beim Spazierengehen mit ihm arbeite ich im Kopf meine Ideen aus, ich kann mir keine schönere Tätigkeit vorstellen, um das zu tun. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass eine schnurrende Katze auf dem Schoß ebenfalls schreibfördernd ist.

HBK: Lieber Cairiel, vielen Dank, dass du mir diesen Einblick gewährt hast. Zum Abschluss darfst du noch ein paar Worte an die Leser richten.
CA: Das Wissen, dass jemand meine Bücher liest, ist ein unglaubliches Gefühl, für das ich jedem Einzelnen meiner Leser danken möchte. Ihr seid die besten!

 

Hinter den Kulissen: Plot, du fieser kleiner Mistkerl!

Aus gegebenem Anlass möchte ich meiner Frustration Ausdruck verleihen. Es geht um das Thema Plots. Einige nennen sie liebevoll Plutbunnys, andere finden gar keine Namen für sie, wieder andere verfluchen den Tag, an dem sie beschlossen, überhaupt mit dem Schreiben zu beginnen. So wie ich. Heute Morgen. Aber zum eigentlichen Thema: Plots sind wie Teenager in der Pubertät: unkontrollierbar, unberechenbar und noch so Vieles mehr.

Zum einen wäre da der Halbstarke. Er kommt angerauscht, verlangt umgehende Aufmerksamkeit und wenn man ihn in seine Schranken weist, motzt er oder stellt sich auf stur. Jeder Autor kennt ihn, er ist wirklich ein schwieriger Zeitgenosse, den man am liebsten erwürgen oder einsperren würde. Beides funktioniert in den seltensten Fällen. Passt man nicht auf, überrollt der Halbstarke den schutzbedürftigen und schwächeren Schüchternen.

Der Schüchterne Plot ~ bitte nicht erschrecken ~

Der Schüchterne Plot
~ bitte nicht erschrecken ~

Dieser hat die Angewohnheit, um den Autoren herum zu schleichen. Er streichelt die Synapsen des Schreibers, suggeriert einen Wohlfühlfaktor, der uns Autoren schnell schwach werden lässt. Wir wollen diesen Plot, denn er scheint besonders wertvoll. Doch der Schüchterne will geködert werden. Er verlangt kaum so viel Aufmerksamkeit wie der Halbstarke, weil er über deutlich mehr Geduld verfügt, gleichzeitig lässt er sich aber bitten. Wird man ihm zu forsch, kauert er sich in eine Ecke und macht zu. Dann benötigt es noch mehr Geduld, ihn da wieder herauszulocken. Am Ende belohnt er den Autor aber damit, dass er sich in voller Schönheit präsentiert und ihm das Gefühl vermittelt, etwas Besonderes geschaffen zu haben.

Anders als die Diva. Dieser Plot ist eng verwandt mit dem Halbstarken. Doch wo der mault und notfalls aggressiv. Diva ist da und will geschrieben werden. Aber zu ihren Bedingungen bitte schön. Früh am Morgen? Hey, da schlafen wir noch, also lass das Autor. Wie, du brauchst erst einen Kaffee, um in die Gänge zu kommen, Finger weg, jetzt komme ich. Die Diva weiß um ihre Stärken. Sie will zwar ebenso betüddelt werden wir der Schüchterne, aber sie weiß auch, was sie will. Bekommt sie es nicht, rammt sie ihre spitzgefeilten Fingernägel in die Autorenseele, bis diese nachgibt.

Die Plot-Diva ~ keine Autogrammanfragen bitte ~

Die Plot-Diva
~ keine Autogrammanfragen bitte ~

Dann hätten wir da noch den Widerspenstigen. Er will einfach nicht. Einmal erdacht könnte der Autor ja loslegen und schreiben. Nicht so mit dem Widerspenstigen. Der stemmt erstmal die Hacken in den Boden, verschränkt die Arme vor der Brust und schieb das Kinn vor. Mit mir nicht, Alter!, hören wir die unausgesprochenen Worte, die der Widerspenstige uns entgegenwirft. Jeder Satz ist eine Qual und verlangt dem Autoren alles ab.

Ihm gegenüber steht der Sonnenschein. Ein Plot, wie ihn sich jeder Autor wünschen mag. Unkompliziert, wohlstrukturiert, die feine Dame des Hauses. Sie hat keine Marotten, sie macht, was man ihr sagt, tugendhaft, sittsam und ehrlich. Leider ist die gute Dame heiß begehrt und findet nur in den seltensten Fällen Zeit. Da sie nicht nein sagen kann, gewinnt der Autor, der als erstes „Hier!“ schreit. (Und ich bin das ganz offensichtlich nie.)

Vermutlich gibt es noch viele weitere Formen des Plots, eine jedoch will ich nicht vergessen haben: Der Sprunghafte. Was Anfangs nach einem toll strukturierten Plot aussieht, verfliegt schon nach kürzester Zeit. Seiten füllen sich, der Plot verändert sich. Die Richtung, in die man ihn drängen möchte, mag er nicht, also ändert er sie kurzerhand. Stellt sich der Autor allzu quer, nimmt sich der Sprunghafte einfach ein paar Tage, Wochen oder schlimmstenfalls Monate oder Jahre Urlaub. Er lässt sich selten durch gutes Zureden zurück an seinen Platz gewinnen, denn er weiß um seine Stärken und vor allem die Schwächen des Autors.

Und, welche Plots laufen euch so über den Weg?

 

Hinter den Kulissen: Rezensionen – Ein Spiel zwischen Liebe und Hass

Da ich geplant habe, auch auf diesem Blog Rezensionen zu veröffentlichen, wollte ich einfach mal kurz dalassen, was es mir als Autorin bedeutet, eine Rezension zu erhalten.

Grundsätzlich betrachte ich Rezensionen als positiv – ungeachtet des Inhalts. Denn wie es schon seit langem heißt, auch schlechte Werbung ist gute Werbung. Es hält das Produkt, in meinem Fall das Buch, im Gespräch. Trotzdem wissen einige Rezensenten vielleicht nicht, dass die Meinungen und Bewertungen eines Buches für uns Autoren gleichzeitig Fluch und Segen zugleich sind.

Es ist nämlich nicht immer einfach über eine Bemerkung hinwegzugehen, sofern sie unterhalb der Gürtellinie trifft. Doch um das zu veranschaulichen, hier meine persönliche Einschätzung welche Arten von Rezensenten es gibt:

1. Der Profi
2. Der Gelegenheitsrezensent
3. Der Wohlwollende
4. Der Neider

Der Profi:
Der Profi besitzt meist eine eigene Homepage und betreibt das Rezensieren von Büchern beruflich oder zumindest als intensives Hobby oder aber er ist selbst Autor oder Lektor. Die Rezensionen fallen detailliert aus, sind in 99% der Fälle objektiv gehalten und beschäftigen sich auch mit Grundlegendem wie Rechtschreibung, Grammatik und Logik.
Den Prof liebe und hasse ich als Autor gleichermaßen. Gnadenlos deckt er meine Schwachstellen auf, stellt sie zur Schau und lässt mich genau wissen, woran ich noch arbeiten muss. Genau das ist es, was ihn mich gleichzeitig lieben lässt. Von einem solchen Rezensenten lerne ich, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Der Gelegenheitsrezensent:
Wohl der meist verbreitete Rezensent. Er schreibt auf, was ihm gerade auffällt, die Bewertung ist meist kurz gehalten und nicht unbedingt rechtschreibfehlerfrei. Besonders oft findet sich dieser Rezensent, wenn ihm etwas nicht gefällt, wobei dann leider in vielen (nicht allen!) Fällen die Begründung fehlt. Lobt er jedoch, fühlt es sich für mich als Autor an wie ein kleines Schulterklopfen, denn mit diesem Rezensenten habe ich offensichtlich meine Zielgruppe erreicht.

Der Wohlwollende:
Er schreibt, weil er sich dazu verpflichtet fühlt. Der Wohlwollende kann gleichzeitig auch ein Gelegenheitsschreiber sein, würde aber niemals eine negative Kritik dalassen. Für ihn ist immer alles rosarot und er lobt über den grünen Klee. Wohlwollende helfen mir als Autor leider nicht dabei, mich zu verbessern, aber es ist dennoch gut, dass es sie gibt, sie fördern die Sichtbarkeit des Buches. Und – mal ehrlich – wir Autorenseelchen lieben es einfach gelobt zu werden. Oder?

Der Neider:
Auch ihn gibt es. Leider. Nur, wenn ich sage, dass schlechte Kritiken auch gute Kritiken sind, muss ich gestehen, hört mein Verständnis beim Neider auf. Inzwischen sind einige Neid-Rezensenten bekannt. Es sind zumeist Autoren, die jedes Buch verteufeln, das im selben Genre erscheint, in dem auch sie schreiben. Sie dulden einfach keine „anderen Götter“ neben sich. Ihre Kritiken entbehren jeder Grundlage, sind inhaltslos und in einigen Fällen verleumderisch oder schlichtweg falsch. Spricht man den Rezensenten an und bittet um konkrete Details bekommt man vermutlich niemals eine Antwort. Mir zumindest ist es bisher so gegangen. Hier hilft leider nur Beruhigungstee und viel Geduld – wenn man nicht den Klageweg beschreiten will. Solche Meinungen verschwinden in den meisten Fällen von selbst ans Ende einer langen Liste von Profi-, Gelegenheits- und wohlwollende Rezensenten.

Ihr seht also, eine Rezension kann neben hohen Verkaufszahlen noch viel mehr bewirken. In den schlimmsten Fällen stürzt sie einen Autor in eine Depression, im besten Fall motiviert es dazu noch besser zu werden.

Und bei eurer nächsten Rezension wisst ihr dann auch, in welche Kategorie ihr eventuell bei mir fallen könnt. 😉

Hinter den Kulissen: Sidekick – nötig oder nervig?

Barrique und eine Bestie (gezeichnet von Maria Schramm)

Barrique und eine Bestie (gezeichnet von Maria Stamm)

Batman hat Robin, Kermit Miss Peggy (oder umgekehrt, da streiten sich die Geister) Sherlock Holmes hat Watson. Sidekicks. Autoren arbeiten gerne mit ihnen. Aber warum ist das so? Und wie kommen sie zustande?
Natürlich habe ich keine allgemeingültige Antwort auf diese Frage, aber ich will mal aus dem Nähkästchen plaudern.

Zunächst einmal, was ist ein Sidekick?
Der Begriff kommt aus dem Englischen und steht für Handlanger oder Kumpan. Das allein würde schon genug erklären, aber in Romanen oder Filmen kommt dem Sidekick eine besondere Rolle zu.
Im einfachsten Fall dient der Sidekick dazu, bestimmte Erkenntnisse zu diskutieren, in anderen Fällen hilft er der Hauptfigur, an zwei Stellen gleichzeitig zu sein. Ein schönes Beispiel ist hierbei Batman und Robin oder wie in der Fernsehserie „Arrow“ der ehemalige Leibwächter John Diggle, der sich hin und wieder als Held verkleidet, damit dessen Tarnung nicht auffällt.

Verwende ich Sidekicks?
Ja.
Bei den Höllenjob-Romanen z.B. die Stimme Gottes, namentlich bekannt auch als Metatron ist die Linas „innere Stimme“, mit der sie diskutiert und die ihr mit einer ordentlichen Portion Weisheit zu helfen versucht.
Als ich Metatron erschuf, diente er mir als Möglichkeit, die Protagonistin einen inneren Dialog führen zu lassen, ohne dass es langweilig wurde. Es war nie mein Ziel, ihn zum Sympathieträger auszubauen, das hat er ganz von alleine geschafft. Denn seine Aufgabe war es einfach, in den unmöglichsten Situationen da zu sein. Ein Satz, ein Wort, ein Lacher sozusagen.
Bei meinem aktuellen Projekt ist ein Butler der Sidekick, der meinen Protagonisten absichtlich falsch versteht, ihn dadurch zum Nachdenken zwingt und die Tragik und Spannung abmildert.
Man sieht also, ich benutze meine Sidkicks ihrem eigentlichen Zweck entsprechend. Sie sind da, weil ich sie benötige, um die Handlung aufzulockern oder voranzutreiben.

Wie kommen sie zustande?
 Diese Frage ist deutlich schwerer zu beantworten, denn auch wenn ich gerne behaupten würde, die von mir verwendeten Nebenfiguren wären alle so erdacht, muss ich zugeben, dass sie in 99% der Fälle einfach auftauchen. Wie Barrique zum Beispiel, der Koboldkanzler meiner Bestien.

Calliou (gezeichnet von Maria Schramm)
Calliou (gezeichnet von Maria Stamm)

Er stand urplötzlich mitten im Text. Klein, grün und unsagbar besserwisserisch. Ich konnte ihm nicht widerstehen und habe ihn eingebaut. So sehr sogar, dass er im Laufe der Romanentwicklung derart eigenständig wurde, dass er fast schon als Hauptfigurcharakter hatte.

Einfach mal einbauen?
Nun ja, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Auch eine Nebenfigur benötigt eine Legende. Ich kann nicht eine eindimensionale Figur schaffen, sie im Text agieren lassen, ohne dass etwas dahinter steht. Jeder meiner Sidekicks hat eine Vergangenheit. Diese kann sterbenslangweilig oder hochgradig anspruchsvoll sein wie meine eigentlichen Figuren auch, darauf kommt es nicht an. Sondern darauf, dass sie authentisch bleiben. Ich bin der Meinung, dass gerade Sidekicks je nach Roman mehr Format benötigen als die Figuren, die sie begleiten. So ist mir beispielsweise die Figur des Watsen geläufiger und tiefergehender bekannt, als Sherlock selbst. Wenn ich also einen Sidekick agieren lasse, muss ich mir sicher sein, dass seine Figur dieses Verhalten einen ganzen Roman lang durchhält. Eine Entwicklung oder 180-Grad-Drehung ist nicht erwünscht.

Kein Sidekick, kein guter Unterhaltungsroman?
Soweit würde ich jetzt nicht gehen. Es gibt genug Romane, die ohne auskommen. Aber gerade im Bereich der Satire oder der humorvollen Unterhaltung tauchen sie doch vermehrt auf. Mich stören sie nicht, es sei denn, der Sidekick ist als nervig angelegt, Killi aus der Schattentänzer-Saga zum Beispiel schrammt da in meinen Augen hart an der Grenze vorbei. Sidekicks sollen eben den Leser dazu animieren, am Ball zu bleiben und nicht dazu, das Buch wegzulegen.

So, das waren meine Gedanken zum Thema. Ich finde nicht, dass Sidekick unbedingt nötig sind. Richtig eingesetzt jedoch, bereichern sie einen Roman und sind alles andere als nervig.
Vielleicht möchtet Ihr noch etwas dazu beitragen? Dann nur zu, meine Sidekicks beißen nicht … die spielen nur.

Hinter den Kulissen: Transformation

Wir alle kennen das Märchen vom hässlichen Entlein, dass sich schlussendlich in einen wunderschönen Schwan verwandelt, und sicher wissen die meisten von uns, dass dies auch eine aufs Leben übertragbare Metapher ist, die inzwischen zwar sehr klischeehaft klingt, aber immer noch etwas Wahres in sich birgt.
Ich habe diese Erfahrung am eigenen Leib erlebt. Nein, nicht wirklich, aber mein Projekt. Begonnen hat alles als Thriller. Ein bösartiger Mörder, der sein Unwesen treibt. Ein Held, mit heldenhaften Kräften, der unter Verdacht gerät. Eine Frau, die zeigt, dass Haare auf den Zähnen besser sind als Haare auf den Beinen. Alles zusammen in einen Topf geworfen mit fantastischen Elementen schien es mir das perfekte Zusammenspiel. Nur leider sahen es andere anders. Wie saures Bier bot ich das Manuskript an. Entweder war es „gerade nicht am Zahn der Zeit“, zu „fantasylastig“ oder „mein Gott, Steampunk will heutzutage ja nun wirklich niemand lesen“. Kurzum, ich war gefrustet. Mein Herz hing an diesem Projekt und so stand ich vor der Wahl: einmotten oder selbst veröffentlichen. Für letzteres, das stand relativ schnell fest, habe ich weder die Zeit noch die Mittel und für ersteres tat es mir besonders weh. Aber gut, dachte ich mir, in einer warmen Schublade kann dem Manuskript nichts passieren und irgendwann kommt der Tag, an dem es ein Zuhause findet.
Über eine Freundin bekam ich die Empfehlung zu einem Verlag, der sich auf Romantik spezialisiert hatte. Ich besah mir die Seite, fand, dass der Verlag sich sehr viel Mühe gegeben hat mit Gestaltung und Auswahl des Programms, zudem war ich von den Covern mehr als begeistert. Nach einem kurzen Disput mit einer befreundeten Autorin darüber, ob ich mich bewerben soll oder nicht, tat ich es kurzerhand mit eben jenem Projekt, das mehr Thrill als Love war.
Glaubt mir, das Herz sackte mir in die Hose und tiefer, als schon am nächsten Tag die Bitte kam, doch das Gesamtmanuskript einzureichen. Von da an ging es Schlag auf Schlag. Die Verlegerin entpuppte sich als liebenswerte Persönlichkeit, die sich auch darauf verstand ein missverstandenes Ego wie das meine zu streicheln und wir versuchten es miteinander.
Zugegeben, einen Thriller in einen Liebesroman zu verwandeln, ist in etwa so einfach wie Atome mit der bloßen Hand zu spalten (he, ich bin nicht Chuck Norris!), aber wir gingen es an. Erst die Lektorin, die mir alles, was nicht in einen Liebesroman gehört, rigoros gestrichen hat, dann ich, die all diese Kommentare, Änderungen und Streichungen erst einmal verdauen musste.
Da waren sie, meine schlimmsten Befürchtungen. Mein geliebtes Manuskript, zerschnippelt, geschunden und am Boden. (Okay, ich bin melodramatisch, aber so hat es sich angefühlt. Isch schwör, ey!) Doch es half ja nichts. Vertrag ist Vertrag, und Helen musste ran.
Ich merkte schnell, dass es nicht ging, erst einmal die „leichten“ Änderungen herauszupicken. Zu viel baute aufeinander auf und bei einigen Dingen hatte ich echt Bauchschmerzen. Trotzdem biss ich mich durch. Meine Freunde und die Betas, die das Urprojekt kannten, mussten sich mein Gejammer anhören, mein Mann durfte die eine oder andere Tränen trocknen. Gut, es kamen noch berufliche Stolpersteine und andere Buchquerelen dazwischen, die mich weiter runterzogen. Aber ich wollte – auch mir selbst – beweisen, dass ich professionell sein kann.
Mit Geduld, sehr viel Geduld, Überzeugungskraft – und noch mehr Geduld schubste mich die Lektorin, wann immer ich mich wie ein bockiges Kleinkind verhielt. Mit Erfolg. Ich kam voran. Schritt für Schritt und meinem Ziel immer näher.
Nach dieser Etappe dann kam der Moment zu prüfen, was ich da jetzt aus den Anmerkungen gemacht hatte. Bereinigt und auf den Ebookreader geschoben, fing ich an zu lesen und … wurde überrascht.
Mein hässliches Entlein war zu einem wunderschönen Schwan geworden. Nicht mehr ganz das, was ich ursprünglich für ihn geplant hatte, aber immer noch ein sehr guter Roman.
Allein dafür muss ich schon der Lektorin dankbar sein, wenn ich es für die Chance nicht ohnehin schon wäre.
Es folgt jetzt noch ein kurzer Beta-Durchgang und ein weiteres Lektorat, das hoffentlich nicht mehr ganz so umfangreich sein wird und der Rest ist danach Lesersache.
Bis Dezember ist es noch eine Weile hin, aber ich hoffe, das Buch kommt an – als so schwere Geburt hat es das auf jeden Fall verdient.