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Veröffentlichung: „Aus Verrat geboren“ – Erbe der Sieben Wüsten I

Aus Verrat geboren – Erbe der Sieben Wüsten I“ 360 Seiten, Broschur, 12,90 Euro, ISBN 978-3-939727-90-3 ist der Auftakt meiner Gestaltwandler-Reihe und erscheint pünktlich zum BuCon am 17. Oktober 2015.

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Klappentext:
Mit harter Hand herrscht König Crothar über sein Reich. Hart genug, dass sein Sohn Cruth es vorzieht, in der Menschenwelt zu leben. Dort allerdings muss er die Bestie, seine zweite Natur, zügeln, denn die Menschen fürchten seinesgleichen. Zu Recht, wie Cruth sehr genau weiß.
Dann trifft er auf Nerey. Die atemberaubend schöne junge Hexe, zu der er sich sofort hingezogen fühlt, könnte sich allerdings für ihn als Katastrophe herausstellen. Denn zum einen fürchtet Nerey die Bestien, zum anderen hütet sie ein Geheimnis, das nicht nur Cruths Welt zu erschüttern droht. Doch ausgerechnet diese Frau wünscht sich Cruths Bestie als Partnerin.

Für diejenigen unter Euch, die sich bereits darauf freuen, bietet Machandel die Gelegenheit, das Taschenbuch bis zum 15. Oktober 2015 zum Subskriptionspreis zwei Euro günstiger zu erhalten also für 10,90€.

Alles, was dafür nötig ist, ist das Buch direkt bei mir oder Machandel zu ordern.
Ich erinnere: Wer bei mir bestellt, bekommt es sogar mit persönlicher Widmung

 

 

Hinter den Kulissen: Nach dem Projekt ist vor dem Projekt

In der vergangenen Woche habe ich es geschafft – trotz der Widrigkeiten um Krankheit, Job und Familie – den nächsten Bestien Teil abzuschließen.

Mit 271 Seiten und aktuell 68.167 Wörtern mein wohl bisher kürzester Roman. Gleichwohl war das Projekt nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt hatte. Mein Protagonist stellte sich stellenweise sehr stur an, meinen Vorgaben zu folgen. Muss wohl etwas mit seiner Blutlinie zu tun haben, sein Vater ist auch ein … nennen wir es verharmlosend mal … sturer Bock.

Jedenfalls habe ich es nach viel gutem Zureden, einigen schlaflosen Nächten, weil mir mein Plot drohte flöten zu gehen, und diversen Litern Kaffee doch noch geschafft.

„Cruth“ ist fertig. Damit ist die Reihe der Bestienromane nun endlich insoweit vollständig, dass die Reihenfolge einen Sinn ergibt. Schön blöd von mir, das Pferd von hinten aufzuzäumen, denn dieser Roman stellt ja eigentlich die Einleitung der Reihe dar.

Jedenfalls dürfen sich im Augenblick die Betaleser mit dem künftigen Bestiengott herumärgern, während ich die Gelegenheit nutze, an einer Kurzgeschichte zu arbeiten, in der Cruth ebenfalls eine Rolle spielt. Außerdem wird der Nachfolger, liebevoll genannt „S+K“ nachbearbeitet. Kurz, ich werde die von den Betalesern gemachten Änderungsvorschläge prüfen und ggf. einarbeiten. Danach wandert alles an den Machandel-Verlag, damit die endlich mit der eigentlichen Arbeit beginnen können.

Zwischendurch wird am fünften und letzten Bestien-Band geplottet. Held und Heldin stehen fest, aber ich brauch noch ein paar böse Kniffe und vor allem Steine, die ich den beiden in den Weg werfen kann, aber ich bin zuversichtlich, dass das werden wird. Jedenfalls sollen am Schluss dieses Teils alle offenen Enden verknüpft sein. Schauen wir doch mal, ob mir das gelingt.

Abgesehen von diesem Programm steht endlich die Fertigstellung meiner Dhraden-Reihe auf dem Programm. Auch hier sollen es vier Teile werden, auch hier sind bereits zwei davon fertig. Teil 3, der sich für mich ebenfalls nicht gerade leicht gestaltet hat bisher, steht zu 80{7e4bd455ae0cc9ef24be31f29fe3fd810d1aacafa1ce8ef7f75192d18d2b2fae} und soll bis Ende März/Mitte April abgeschlossen sein. Danach folgt – sofern nicht noch ein gewisses anders Projekt dazwischen grätscht – der vierte und letzte Dhraden-Teil.

Das alles soll dieses Jahr passieren, neben Leipziger Buchmesse, Loveletter Convention und BuCon. Ach ja, am NaNoWriMo möchte ich auch teilnehmen und … und … mir scheint, ich werde von Jahr zu Jahr größenwahnsinniger. Aber es macht auch Spaß und jetzt, da ich scheinbar endlich meinen Schreibrhythmus gefunden habe, erscheint mir diese Sache auch durchaus machbar. Mal sehen, ob es mir gelingt.

NaNoWriMo: Die Bestien sind los!

Die letzten Wochen waren etwas ruhig hier, weil ich mit meinem aktuellen Romanprojekt vollauf beschäftigt war. Obwohl es eigentlich nicht geplant war, habe ich ja doch noch am NaNoWriMo teilgenommen und diesen am 18. November sogar schon gewonnen.

Der Roman war ursprünglich auf 15 Kapitel ausgelegt, sollte maximal 200 Seiten haben und eher Richtung Novelle tendieren. Jetzt bin ich bereits bei Seite 262 und 17 Kapiteln. Es ist nicht einmal so, dass ich ausufere, sondern jede einzelne Sequenz hat tatsächlich ihre Berechtigung, nur hat es mich ein wenig überrascht, wie umfangreich das Projekt doch zu werden scheint. Ich dachte wirklich, dass dieses Prequel nur Novellenformat erreicht und bin positiv überrascht.

Am meisten jedoch freut mich jedoch die Tatsache, dass mir das Setting und die Bestien wirklich liegen. Ich habe keine einzige Stelle, an der ich groß über Fähigkeiten, Aussehen oder Ortschaften nachdenken muss. Es ist alles da.
Sicher, wie in den Vorjahren auch, spare ich nicht an Fiesigkeiten, wenngleich ich mir diese Krone mit anderen wohlbekannten Autorinnen teile, so denke ich doch, dass der diesjährige NaNo wirklich human abläuft. Sofern man von „human“ bei Bestien sprechen kann.

Interessanterweise haben sich ein paar Nebenfiguren eingeschlichen – und das nicht nur mein Lieblingskanzler Barrique – sondern vollkommen neue, andere, die eventuell Potenzial für eigene Geschichten haben und seien diese auch nur kurz.
Eine Figur liegt mir dabei besonders am Herzen: Wister. Sohn einer Sturmbestie. Hach, ich hätte ihm gerne mehr Seiten gegönnt. Aber das geht leider nicht. Daher bekommt ihr von mir nur einen winzigen Auszug.

»Wenn du glaubst, ich stelle meine Treue über meine Gefühle, täuschst du dich, Sturmbestie.« Benna ergriff Wisters Hände und drückte sie so fest, dass er das Gesicht verzog. Seine Menschengestalt schützte ihn nicht davor, zerquetscht zu werden. »Wister, denk an das, was sein könnte, wenn du …«
»Wenn ich Verrat begehe? Nichts könnte dann sein, Benna. Wir wären auf ewig geächtet. Ich muss das tun.«
Diesmal schimmerten Tränen in den Augen der Flussbestie. »Du wirst sterben.«
»Ich werde mein Bestes tun, damit das nicht geschieht.« Er legte eine Hand an ihre Wange, streichelte die ledrige Haut, fuhr mit den Fingerspitzen über die flache Nase, die hohen Wangenknochen und schließlich über den steilen Kiefergrat. Offenbar war Benna für ihn auch in Bestiengestalt das Schönste, das er kannte. Dann trat er einen Schritt zurück und wandte sich entschlossen ab.
»Wister …« Benna streckte einen Arm nach ihm aus, ließ ihn dann allerdings fallen, weil er zu seinem Vater ging.

Kurzgeschichten ist ein anderes Thema, das mich derzeit beschäftigt:

Mitten im Nano überfiel mich – wie ja schon auf Facebook gepostet – hinterrücks eine Kurzgeschichte, die ich parallel schreibe (immer dann, wenn ich den Kopf vom Roman freibekommen muss) und auch diese wird wohl länger als meine üblichen 10-15 Normseiten. Irgendwie mögen es meine Bestien nicht kurz, aber als verständnisvolle Autorin höre ich natürlich geduldig zu und schreibe mit. Alles andere wäre ja auch langweilig. Nicht wahr?

Hinter den Kulissen: Frischer Wind unter den Flügeln

Autor sein heißt, nicht nur Spaß zu haben. Autor sein heißt auch an sich zu arbeiten. Autor sein heißt, hin und wieder auch die Zähne zusammenzubeißen, sich allen Widrigkeiten zum Trotz durch seinen Plot zu kämpfen, um am Ende ein Buch abzuliefern, dass nicht nur dem Autor selbst, sondern vor allem auch den Lesern gefällt.
Mit dieser Einstellung habe ich fast das gesamte letzte Jahr zugebracht. Es war viel zu tun. Ein Roman musste umgeschrieben werden, ein anderer korrigiert und ein dritter neu geplottet werden. Dazu kamen die noch einem gewissen Verlag versprochenen Novellen, die ich bis spätestens Januar unter Dach und Fach haben wollte.
Schon weit nach Beendigung der zweiten Pflichtarbeit war bei mir die Luft raus. Ich hatte keine Lust mehr auf das, was eigentlich mein liebstes Hobby war: das Schreiben.
Dennoch musste ich mich an die Verträge halten, denn aufschieben ist etwas, das ich nur ungern tue, denn ich weiß, je länger ich zögere, desto schneller läuft die Zeit und am Ende bin ich es, die den Stress hat.
Ironischerweise ist es ausgerechnet ein Fortsetzungsprojekt (meine beiden Bestien-Novellen), dass schon in der letzten Woche geschafft hat, dass ich mit einem breiten Grinsen durch die Gegend renne. Es ist alles wieder da. Die Lust zu schreiben, der Ideenreichtum, die Spannung, die mich erfasst, wenn ich von irgendwoher erfahre, was meine Figuren tun werden. Ich fühle das langvermisste Kribbeln in den Fingerspitzen, das mich nachts im Bett dazu bringt, mit den Fingern zu zucken, als würde ich schreiben. Ich fühle die Gänsehaut, wenn ich mir im Kopf ausmale, was meinen Figuren noch wiederfahren muss, damit die Geschichte rund wird. Eine Idee jagt die nächste und ich weiß, auch wenn es mich wieder Anstrengung kosten wird, die Geschichte aufzuschreiben, sie wird rund.
PunktlandungUnser Gehirn spielt manchmal schon seltsame Streiche, wenn es mir genau jetzt, da ich diesen Motivationsschub benötige, exakt das an die Hand gibt, was ich brauche. So stehe ich jetzt bei einem Skript, das am Ende 44.000 Wörter haben soll, schon weit über 17.000 Wörtern. Als ich gestern eine Pause machte, stoppte ich genau bei diesen 17.000 Wörtern. Ich habe noch zwei Wochen, bis ich die zweite Novelle in Angriff nehmen möchte. Ist das machbar? Absolut. Werde ich Spaß dabei haben? Auf jeden Fall, denn wenn ich jetzt schon in den öffentlichen Verkehrsmitteln grenzdebil vor mich hin grinse, weil ich genau weiß, was mit meinen Figuren passieren soll, dann kann es nur gut enden.
Trotzdem – oder gerade weil – es gerade so gut läuft, werde ich mich dezent zurückhalten. Wenn ich bis Jahresende nicht fertig werde, ist das auch egal. Ich will mir mein momentanes Hochgefühl nicht durch Eigendruck zunichtemachen. Ich werde das Schreiben dieser Novellen genießen. Ich werde meine Bestien quälen. Ich werde wunderbare Sexszenen schreiben und ich werde zufrieden sein, wenn am Ende jeweils genau das da steht: Ende.

Hinter den Kulissen: Herausforderung Prequel

Für eine neue Reihe, die demnächst erscheint, soll ich aus überlangem Prolog ein Prequel schreiben. Da ich inzwischen wirklich ungern Fortsetzungen schreibe, weil ich mir damit einfach schwertue, habe ich zunächst gezögert. Inzwischen jedoch hat sich die Idee verselbständigt, und es bilden sich wahllose Möglichkeiten, wie alles angefangen haben könnte.
Im ersten Schritt habe ich die Fakten zusammengetragen. Klingt witzig, sprechen wir doch von einer rein fiktiven Welt bzw. einer realen Welt mit fiktiven Figuren. Obwohl ich schon während des Schreibens des ursprünglichen Projektes eine umfangreiche Datenbank erstellt habe, sind mir beim Lesen der fertigen Geschichten aufgefallen, dass ich Unstimmigkeiten eingebaut habe, die mir, wenn ich wirklich einen „wie alles begann“-Roman schreiben will, spätestens da auf die Füße gefallen wären.
Also begann ich, eine Timeline zu erstellen. Eine grobe Auflistung aller Daten, die ich kenne. Schon bald wurde klar, ich habe zeitliche Abweichungen, die gewisse Szenen unglaubwürdig erscheinen lassen könnten.
TimelineDaher habe ich jeden Fitzel an Information herausgesucht und untereinander in eine Tabelle eingetragen. Anschließend habe ich die Abstände verglichen, die Fehler ausgemerzt und entsprechende Punkte, an denen wichtiges geschieht, markiert.
Als nächstes musste ein Stammbaum her, da viele der Figuren in Verbindung/Verwandtschaft zueinander stehen.

absichtlich unkenntlich gemachte Version

absichtlich unkenntlich gemachte Version

Der nächste Schritt ist eine „Besetzungscouch“, in der alle Figuren unter Verweis auf die Timeline noch einmal aufgeführt werden, wie sie miteinander in Verbindung stehen, ob und wann sie sterben, Kinder bekommen oder weiterexistieren dürfen.
Anschließend habe ich eine Liste der einzelnen Gattungen erstellt, von denen ich zwar genau wusste, was sie sind und tun, aber auch hier gibt es Besonderheiten und Ausnahmen, die sich auf die gesamte Reihe auswirken können.
Jede meiner Figuren ist auf die eine oder andere Art besonders, jede hat Stärken und Schwächen, Makel und Dinge, die nur ihnen eigen sind. Für einen einzelnen Roman gesehen, kann das stringent weitergeführt werden. Bei einem Prequel dagegen, muss die Figur, die sich im Verlauf des eigentlichen Roman entwickelt hat, wieder ihre ursprüngliche Handlungsweise parat halten – und darin konsequent zu bleiben, besteht die Herausforderung.
Für diesen Zweck habe ich eigens eine Kladde erstellt. Das mag umständlich sein, weil man darin blättern muss, aber die einzelnen Punkte noch einmal gesondert ansehen zu können, hat einiges für sich. Ich merke es vor allem daran, dass ich – jetzt, da die Kladde fast fertig ist – kaum noch erwarten kann, die Pre-NaNoVelle zu schreiben.

Hinter den Kulissen: Sidekick – nötig oder nervig?

Barrique und eine Bestie (gezeichnet von Maria Schramm)

Barrique und eine Bestie (gezeichnet von Maria Stamm)

Batman hat Robin, Kermit Miss Peggy (oder umgekehrt, da streiten sich die Geister) Sherlock Holmes hat Watson. Sidekicks. Autoren arbeiten gerne mit ihnen. Aber warum ist das so? Und wie kommen sie zustande?
Natürlich habe ich keine allgemeingültige Antwort auf diese Frage, aber ich will mal aus dem Nähkästchen plaudern.

Zunächst einmal, was ist ein Sidekick?
Der Begriff kommt aus dem Englischen und steht für Handlanger oder Kumpan. Das allein würde schon genug erklären, aber in Romanen oder Filmen kommt dem Sidekick eine besondere Rolle zu.
Im einfachsten Fall dient der Sidekick dazu, bestimmte Erkenntnisse zu diskutieren, in anderen Fällen hilft er der Hauptfigur, an zwei Stellen gleichzeitig zu sein. Ein schönes Beispiel ist hierbei Batman und Robin oder wie in der Fernsehserie „Arrow“ der ehemalige Leibwächter John Diggle, der sich hin und wieder als Held verkleidet, damit dessen Tarnung nicht auffällt.

Verwende ich Sidekicks?
Ja.
Bei den Höllenjob-Romanen z.B. die Stimme Gottes, namentlich bekannt auch als Metatron ist die Linas „innere Stimme“, mit der sie diskutiert und die ihr mit einer ordentlichen Portion Weisheit zu helfen versucht.
Als ich Metatron erschuf, diente er mir als Möglichkeit, die Protagonistin einen inneren Dialog führen zu lassen, ohne dass es langweilig wurde. Es war nie mein Ziel, ihn zum Sympathieträger auszubauen, das hat er ganz von alleine geschafft. Denn seine Aufgabe war es einfach, in den unmöglichsten Situationen da zu sein. Ein Satz, ein Wort, ein Lacher sozusagen.
Bei meinem aktuellen Projekt ist ein Butler der Sidekick, der meinen Protagonisten absichtlich falsch versteht, ihn dadurch zum Nachdenken zwingt und die Tragik und Spannung abmildert.
Man sieht also, ich benutze meine Sidkicks ihrem eigentlichen Zweck entsprechend. Sie sind da, weil ich sie benötige, um die Handlung aufzulockern oder voranzutreiben.

Wie kommen sie zustande?
 Diese Frage ist deutlich schwerer zu beantworten, denn auch wenn ich gerne behaupten würde, die von mir verwendeten Nebenfiguren wären alle so erdacht, muss ich zugeben, dass sie in 99{7e4bd455ae0cc9ef24be31f29fe3fd810d1aacafa1ce8ef7f75192d18d2b2fae} der Fälle einfach auftauchen. Wie Barrique zum Beispiel, der Koboldkanzler meiner Bestien.

Calliou (gezeichnet von Maria Schramm)
Calliou (gezeichnet von Maria Stamm)

Er stand urplötzlich mitten im Text. Klein, grün und unsagbar besserwisserisch. Ich konnte ihm nicht widerstehen und habe ihn eingebaut. So sehr sogar, dass er im Laufe der Romanentwicklung derart eigenständig wurde, dass er fast schon als Hauptfigurcharakter hatte.

Einfach mal einbauen?
Nun ja, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Auch eine Nebenfigur benötigt eine Legende. Ich kann nicht eine eindimensionale Figur schaffen, sie im Text agieren lassen, ohne dass etwas dahinter steht. Jeder meiner Sidekicks hat eine Vergangenheit. Diese kann sterbenslangweilig oder hochgradig anspruchsvoll sein wie meine eigentlichen Figuren auch, darauf kommt es nicht an. Sondern darauf, dass sie authentisch bleiben. Ich bin der Meinung, dass gerade Sidekicks je nach Roman mehr Format benötigen als die Figuren, die sie begleiten. So ist mir beispielsweise die Figur des Watsen geläufiger und tiefergehender bekannt, als Sherlock selbst. Wenn ich also einen Sidekick agieren lasse, muss ich mir sicher sein, dass seine Figur dieses Verhalten einen ganzen Roman lang durchhält. Eine Entwicklung oder 180-Grad-Drehung ist nicht erwünscht.

Kein Sidekick, kein guter Unterhaltungsroman?
Soweit würde ich jetzt nicht gehen. Es gibt genug Romane, die ohne auskommen. Aber gerade im Bereich der Satire oder der humorvollen Unterhaltung tauchen sie doch vermehrt auf. Mich stören sie nicht, es sei denn, der Sidekick ist als nervig angelegt, Killi aus der Schattentänzer-Saga zum Beispiel schrammt da in meinen Augen hart an der Grenze vorbei. Sidekicks sollen eben den Leser dazu animieren, am Ball zu bleiben und nicht dazu, das Buch wegzulegen.

So, das waren meine Gedanken zum Thema. Ich finde nicht, dass Sidekick unbedingt nötig sind. Richtig eingesetzt jedoch, bereichern sie einen Roman und sind alles andere als nervig.
Vielleicht möchtet Ihr noch etwas dazu beitragen? Dann nur zu, meine Sidekicks beißen nicht … die spielen nur.