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Hinter den Kulissen: Die Helfer im Hintergrund

Wie in meinem Beitrag zu den Sidekicks schon erwähnt, funktionieren gerade im Bereich der Satire Figuren oft besser, wenn man ihnen einen Helfer zur Seite stellt, der sie größer, besser, strahlender oder unter Umständen auch dümmer dastehen lässt.
Dieses System lässt sich auch auf das reale Leben übertragen. Insbesondere auf die Tätigkeit als Autor. Wir sind sensible Seelchen, die leicht aus der Fassung gebracht werden können. Ein hängender Plot kann uns dermaßen aus der Bahn werfen, dass wir in Depressionen verfallen, unser Projekt hassen und alles hinschmeißen wollen.
Im Idealfall helfen Freunde und Familie, Ablenkung oder auch ein Spaziergang. Aber oft genug reicht nicht einmal das aus. Wir brauchen Antreiber. Ich meine das nicht im negativen Sinne. Wir brauchen einfach jemand, der uns hilft, aus unserem Schreibtief herauszukommen. Das kann durch Ermutigung, verbale Streicheleinheiten, Komplimente, aber auch durch Tritte, Schreie und verbale Schläge erfolgen.
Mir gefällt die Vorstellung, dass Autoren wie Boxer sind. Sie kämpfen, schlagen sich wacker, aber irgendwann kommt der Moment, in dem sie über das Aufgeben nachdenken. Die Augen sind zugeschwollen, die Nerven liegen blank und die Kräfte lassen nach. In der Ecke steht jedoch der Trainer. Er hat das Handtuch in der Hand. Er könnte es werfen, tut es aber nicht. Stattdessen brüllt er den Boxer an, motiviert ihn – je nachdem, was er denkt, das hilft, schreit oder lobt er. Ein Projektpate ist der Autorentrainer. Er ist da. Am Ende einer schwierigen Szene sagt er: Gut gemacht. Oder das Gegenteil. Je nachdem.
Aber was das Wichtigste ist: Er fängt den Autor auf, wenn er zu straucheln droht. Projektpaten sind etwas Wunderbares und ich möchte sie nicht mehr missen. Ohne Projektpaten wären einige meiner Ideen niemals geschrieben worden.
Ich habe derzeit eine wunderbar, kritische Projektpatin, die einen gekonnten rechten Haken schwingt und ohne die ich überhaupt nicht weiterkäme. Daher einfach mal: Danke!