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Die kleinen Dinge im Leben

Tatsächlich sind es diese berühmten kleinen Dinge im Leben, die zählen. Dabei meine ich noch nicht einmal das Lächeln eines Kindes oder ein Sonnenstrahl nach einer Regenzeit, wobei beides sicher glücklich macht. Vielmehr beziehe ich mich auf Situationen, die mich als Autor inspirieren.
Geräusche, Gerüche, Symbole und Farben können bei jedem Assoziationen wecken. Mir helfen sie dabei, festgefahrene Situationen zu meistern.
Oftmals kann ich gar nicht sagen, was der Auslöser ist, weswegen mich plötzlich ein Gedanke anspringt, sich eine Idee ausformt oder gar zu einem ganzen Plot wird. Es kommt einfach über mich.
Besonders wertvoll sind mir diese Augenblicke, wenn ich mich in einem Projekt festgefahren habe. Dies kommt bisweilen oft in zweiten Teilen vor, weswegen ich mich in Zukunft von Mehrteilern versuche fernzuhalten. Die Betonung liegt auf „versuchen“. Ob es klappt, sei mal dahingestellt.
Im konkreten Fall hatte ich mich bis vor zwei Tagen an einem dritten Band festgebissen. Ich wusste zwar, wohin die Reise gehen sollte, aber ich bekam einfach den geplotteten Inhalt nicht zu Papier. Egal welche Techniken ich versuchte, nichts wollte funktionieren. Da ich den Großteil meiner Schreibarbeiten in öffentlichen Verkehrsmitteln verrichte, nervte mich dies kolossal, denn die Zeit in Bus oder Bahn nur damit zuzubringen, stupide aus dem Fenster zu starren, gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Es ist verschwendete Zeit, die ich sinnbringender nutzen kann. So stand ich schon kurz davor, die Reihe einzudampfen bzw. im Nirwana meiner Romanideen wegzusperren, als mich plötzlich eine Idee aus heiterem Himmel ansprang.
Es mag etwas sein, das ich gelesen hatte, ein Geruch oder ein Geschmack auf der Zunge, der mich inspiriert hat. Wie auch immer. Plötzlich stellte ich fest, dass meine Ursprungsidee so nicht funktionieren kann und ich deshalb blockierte. Also schrieb ich den Plot um, änderte Szenen, drängte Charaktere in neue Situationen und siehe da, es läuft.
Sogar sehr leicht, wie ich meinen will. Wo ich anfangs um jeden Brocken einer Szene habe kämpfen müssen, fügen sich jetzt die einzelnen Stationen nahtlos ineinander, bilden ein Gesamtkonzept, als wäre es von Anfang an so geplant gewesen. Es ist erschreckend und faszinierend zugleich, wie ein Verstand funktionieren kann.
Wie dem auch sei, ich bin dankbar für die kleinen Dinge im Leben, die mir dabei geholfen haben, wieder meine Linie zu finden.
Heute sehe ich zuversichtlich den nächsten 250 Seiten entgegen, die noch fehlen, um diesen Roman abzuschließen.